Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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03.05.2021

Europäische Familienunternehmen fordern aktivere Exportpolitik

Die EU braucht eine aktivere Außenhandelspolitik und eine Vertiefung des Binnenmarkts. Nur so kann sich die Region gegenüber den Wirtschaftsblöcken USA und China weiterhin behaupten.

Der wissenschaftliche Beirat der Stiftung Familienunternehmen kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass die Europäische Union eine aktivere Außenhandelspolitik und eine Vertiefung des Binnenmarkts braucht. Nur so kann die Region gegenüber den Wirtschaftsblöcken USA und China ihre Bedeutung behalten.

Die Autoren der Studie drängen auf Tempo beim Abschluss von Freihandelsabkommen, um handelspolitische Unsicherheiten abzubauen. Dabei sei es wichtig, dass die EU bei der Ausgestaltung der Handelsverträge das eigentliche Ziel im Auge behält und Freihandelsabkommen nicht mit Zielen überfrachtet, die nichts mit internationalem Handel zu tun haben. Laut den Ökonomen sollte die Sozial- und Lohnpolitik außen vorbleiben und die Umweltpolitik nur dann im Abkommen thematisiert werden, wenn es um globale Umweltprobleme geht.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW), Mitautor der Studie, betont ebenfalls die Notwendigkeit, den Europäischen Binnenmarkt zu vertiefen und bürokratische Belastungen bei grenzüberschreitenden Handels- und Dienstleistungen zu lockern. Nach Einschätzung der Stiftung Familienunternehmen bedarf es auf EU-Ebene keiner neuen Instrumente oder Kompetenzen, sondern einer besseren Nutzung der bestehenden sowie einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Industrie. Dafür sei auch eine selbstbewusste Politik notwendig, die europäische Interessen auf internationaler Ebene entschlossen vertritt.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 50 vom 11. März 2020

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