Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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07.09.2021

Deutschland: Dienstleitungsexport läuft Warenhandel den Rang ab

Der weltweite Handel von Dienstleistungen ist im letzten Jahrzehnt um rund 50 Prozent gestiegen und damit doppelt so schnell wie der Warenhandel.

Laut Angaben der Welthandelsorganisation (WHO) entfiel 2019 mit einem Volumen von knapp 6 Billionen US-Dollar fast ein Viertel des Welthandels auf den Austausch von Dienstleistungen. Schon länger wächst der Wert der weltweit gehandelten Dienstleistungen deutlich dynamischer als der Warenhandel. Er ist - einer Studie von Western Union und Oxford Economics zufolge - zwischen 2010 und 2019 um rund 50 Prozent gestiegen und damit doppelt so schnell wie der Warenhandel. Laut der Studie könnten die weltweit gehandelten Dienstleistungen bis 2025 um mehr als 30 Prozent auf 8 Billionen US-Dollar zunehmen. Besonders Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) gehören zu den Profiteuren, die in den nächsten Jahren am kräftigsten wachsen dürften.

Deutschland ist vom Dienstleistungshandel weniger abhängig als andere Volkswirtschaften: Der Anteil der deutschen Dienstleistungsexporte an den Gesamtausfuhren betrug 2019 fast ein Fünftel, hingegen wies das Vereinigte Königreich mit 46 Prozent eine mehr als doppelt so hohe Quote auf. Die größte Position von Deutschland beim gesamten Dienstleistungsexport nahmen im Jahr 2019 sonstige unternehmensbezogene Dienstleistungen mit einem Anteil von knapp 28 Prozent ein. Dazu gehören beispielsweise Einnahmen aus Forschung und Entwicklung, freiberuflichen Dienstleistungen und Managementberatung sowie aus technischen Dienstleistungen und Provisionen. Traditionell zählen außerdem die Bereiche Transport (Anteil von rund 20 Prozent im Jahr 2019), Reiseverkehr (12 Prozent), Gebühren für die Nutzung von geistigem Eigentum (10 Prozent) und IKT (10 Prozent) zu den Hauptpositionen.

Außerhalb der EU haben sich insbesondere Ausfuhren von Dienstleistungen nach Asien dynamisch entwickelt. Zwischen 2015 und 2019 wuchsen die Exporte dahin überproportional um fast 28 Prozent auf knapp 46 Milliarden Euro. 2019 gingen rund 15 Prozent der deutschen Dienstleistungen in diese Region. Zu den wichtigen Zielländern deutscher Dienstleistungen 2019 in Asien zählten Japan, Singapur, Indien, Südkorea und die Sonderverwaltungsregion Hongkong. Das deutsche Angebot nach Indien wuchs dabei zwischen 2015 und 2019 mit einem Plus von 50 Prozent am kräftigsten. Mehr als ein Drittel des deutschen Dienstleistungsexports nach Asien entfällt auf China. Deutschland liegt damit auf Rang vier der zehn wichtigsten Lieferländer von Dienstleistungen in die Volksrepublik. Über die Hälfte der von Deutschland nach China exportierten Dienstleistungen entfiel 2019 auf Gebühren für die Nutzung von geistigem Eigentum sowie auf sonstige unternehmensbezogene Leistungen.

Quelle: www.gtai.de, Pressemitteilung vom 5. Juli 2021

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