Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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Deutschen Handwerks
18.03.2021

Abschottung der globalen Lieferketten schadet

Aufgrund seiner starken internationalen Verflechtung würde der deutsche Maschinenbau unter einer Abschottung überproportional leiden.

Ein im Auftrag des VDMA erstelltes Gutachten des IfW Kiel zeigt die Nachteile auf, wenn internationale Arbeitsteilung wegfällt.

Der deutsche Maschinenbau bezieht knapp 43 % seiner Vorprodukte entweder direkt oder indirekt aus dem Ausland. Aufgrund seiner starken internationalen Verflechtung würde er unter einer Abschottung überproportional leiden, rund drei Mal stärker als die deutsche Wirtschaft im Durchschnitt. Wenn sich die EU abschottet, würde die Produktion im Maschinenbau um über 14 % zurückgehen. Sollte es zu Vergeltungsmaßnahmen durch das Ausland kommen, würde der Rückgang sogar 19,5 % betragen. Das entspräche einem jährlichen Umsatzverlust von rund 50 Mrd. EUR. Bei einer einseitigen Abschottung Deutschlands gegenüber der Europäischen Union sinkt die Produktion im Maschinenbau um 25 %, das bedeutet gut 60 Mrd. EUR Umsatzverlust.

Ein Sorgfaltspflichtengesetz, das Unternehmen hohe rechtliche Risiken bei der Lieferantenauswahl bringt, würde nach Einschätzung des IfW die Bemühungen um mehr Liefersicherheit konterkarieren. Unternehmen könnten dann das Lieferantennetz nur erschwert diversifizieren. Es wäre folglich weniger krisensicher und teurer.

Letztendlich führt der Wegfall internationaler Arbeitsteilung zu schwächerem Wachstum, das auch Menschen trifft, die Sozialleistungen oder staatliche Transfers beziehen. Auch im Gesundheitssystem müsste vermutlich gespart werden. Zudem gäbe es in einer Regionalwirtschaft weniger Anpassungsmöglichkeiten, so dass denkbare inländische Schocks auf die heimische Wirtschaft größere negative Effekte auf den Sozialstaat hätten als bei internationaler Diversifizierung durch Freihandel.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 22 vom 3. Februar 2021

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