Das Handwerk zum Kennenlernen und Ausprobieren

Das Handwerk zum Kennenlernen und Ausprobieren – dafür steht der Tag des Handwerks. Im Interview berichten zwei Unternehmen, warum sie am Tag des Handwerks Aktionen machen: Buck Parkett aus dem schwäbischen Kornwestheim nutzt den Aktionstag bereits seit vielen Jahren, um Kunden anzusprechen. Das Modellbauunternehmen werk5 aus Berlin hat 2018 zum ersten Mal mitgemacht.

Beide Interviews erschienen zuerst auf handwerk.de/InfosfuerBetriebe.

Im Interview: Beate Buck, Inhaberin von Buck Parkett- und Fußbodentechnik

Das Handwerk „Infos für Betriebe: Tag des Handwerks, BUCK Parkett- und Fußbodentechnik“, 15. September 2018
Foto: DHKT/Stefan Hoederath
Familie Buck stellt am 15. September auch ihre neue YouTube-Videoreihe vor: „Alte Werkzeuge“.

Sie waren bereits letztes Jahr beim bundesweiten Tag des Handwerks aktiv dabei. Was hat Ihnen der Aktionstag im Rückblick gebracht?
Wir haben schon mehrfach am Tag des Handwerks teilgenommen. Mit jeder Teilnahme bekommen wir Aufmerksamkeit. Zum einen bringen wir uns bei Kunden wieder in Erinnerung. Zum anderen haben Interessierte an diesem Tag die Möglichkeit, uns völlig unverbindlich kennenzulernen. In den letzten Jahren hatten wir unterschiedliche Besucherzahlen. Doch auch wenn der Tag vielleicht mal etwas ruhiger verlief, bekommen wir im Nachlauf Kundenanfragen. Deswegen lohnt sich die Teilnahme beim Tag des Handwerks für uns.

Was ist für dieses Jahr geplant?
Wir öffnen in diesem Jahr die Werkzeugkiste des Firmengründers Lambert Buck Senior und stellen unsere neue Handwerk-Filmreihe „Alte Werkzeuge“ vor. Die Besucher werden feststellen, dass die heutigen Trends bereits damals bekannt waren. Natürlich informieren wir auch über neue Produkte im Parkettbereich und stehen für Fragen rund um das Thema Bodenbeläge zur Verfügung. Mit einer Weinprobe runden wir den Tag ab.

Wie finden Sie generell den Tag des Handwerks?
Wir finden die Aktion super, besonders, weil sie bundesweit stattfindet. Wir alle können den Tag des Handwerks wunderbar zur Imagepflege nutzen. Wenn Endverbraucher an Handwerker denken, dann kommen Gedanken auf wie „Sie machen Dreck“ oder „Sie halten Termine nicht ein“. Das Handwerk hat im Servicebereich nicht gerade den besten Ruf. Durch den Aktionstag hat jeder von uns aber die Möglichkeit, nach außen hin ein Statement zu setzen und auf die eigenen Besonderheiten hinzuweisen. Viele Handwerksbetriebe sind eher klein und gehen in der Masse unter. An diesem Aktionstag werden wir gemeinsam sichtbar. Den Slogan „Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ finde ich in diesem Zusammenhang sehr gut. Wie sähe unsere Welt ohne das Handwerk denn aus?

Was sind Ihre Tipps für andere Handwerksbetriebe, um beim Tag des Handwerks mitzumachen?
Melden Sie sich an und nutzen Sie die Plattformen, die die Handwerkskammern Ihnen für den Tag des Handwerks bieten. Verwenden Sie die zur Verfügung stehenden Vorlagen. Marketing ist als eine Langstrecke zu betrachten: Machen Sie mit und lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn beim ersten Mal nicht so viele Besucher kommen wie erhofft. Am Tag des Handwerks sollte nicht der Umsatz im Fokus stehen. Es geht um viel mehr: Einblicke in den Betrieb, Kommunikation mit dem Verbraucher, um an einem Strang zu ziehen für eine tolle Branche.  Meine Tipps: Denken Sie sich ein Motto aus oder legen sie einen thematischen Schwerpunkt. Wir wählen jedes Jahr einen anderen: mal ist es Parkettpflege, mal Renovierung. Überraschen Sie Ihre Kunden und vergessen Sie die kleinen Besucher nicht. Stellen Sie eine Spielkiste zusammen oder überraschen Sie Kinder mit einem kleinen Geschenk.

Im Interview: Eva Waldherr, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit bei werk5

Das Handwerk „Infos für Betriebe: Tag des Handwerks, Werk5“, 15. September 2018
Foto: DHKT/Stefan Hoederath
Wer am 15. September werk5 besucht, lernt Eva Waldherr kennen. Sie wird alle Interessierten durch den Betrieb führen.

Sie machen dieses Jahr zum ersten Mal beim Tag des Handwerks mit. Was hat Sie dazu bewegt?
Die Handwerkskammer Berlin hat uns auf den Tag aufmerksam gemacht. Diese Chance, werk5 und das Handwerk des technischen Modellbauers in der Fachrichtung Anschauungsmodellbau bei einem bundesweiten Aktionstag vorzustellen, finden wir großartig.

Was genau planen Sie für den 15. September?
Wir planen zwei Führungen durch den Betrieb und wollen den Computerraum, die Maschinenhalle, die Montagehalle und unser neues Robot Lab zeigen. Hier können die Besucher digitale Zeichnungen von unserem Roboter in Kalligrafie übersetzen lassen: Er malt, was sie möchten. Bei Workshops lernen die Besucher etwas darüber, was ein Modellbauer eigentlich alles so macht, wie Modellteile gelasert werden und Modelle entstehen.

Was möchten Sie am Tag des Handwerks erreichen?
Wir möchten unsere Arbeit bekannter machen, aufklären und der Assoziationskette „Modellbau = Eisenbahnmodellbau“ etwas entgegensetzen. Was macht ein Modellbauer? Mit welchen Maschinen und Materialien arbeitet er? Es geht uns auch darum, das breite Spektrum an Prototypen und Modellen vorzustellen, die wir produzieren. Neben Architekten arbeiten wir auch für Künstler und Designer. Hätten Sie gedacht, dass wir einzigartige Unikate erschaffen, die in Museen und an anderen Orten auf der ganzen Welt gezeigt werden?

Gibt es Ihrerseits Tipps für andere Handwerksbetriebe bezüglich der Planung und Organisation einer eigenen Aktion, die Sie schon weitergeben können?
Werden Sie sich über Ihre Absichten klar: Wollen Sie Aktionen für die ganze Familie anbieten? Oder wollen Sie das Handwerk und die Ausbildung bekannter machen? So kann man sein Programm darauf abstimmen und alles Weitere planen.

Wie und auf welchen Plattformen sprechen Sie Kunden und Nachwuchs noch an?
Für unsere Kunden sind wir auf Messen präsent und aktualisieren laufend unsere Website. Unsere Videos präsentieren wir auf einem eigenen YouTube-Kanal und über Google+. Ganz neu ist der werk5-Instagram-Kanal, auf dem man das ganze Jahr über unseren Modellbauern über die Schulter blicken kann.