Zentralverband des
Deutschen Handwerks
23.04.2021

OECD muss Potential der Höheren Berufsbildung in den Blick nehme

Zur am 23. April 2021 veröffentlichten OECD-Studie „Weiterbildung in Deutschland“ erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:
Portraitfoto von Holger Schwannecke in seinem Büro im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin

Zur am 23. April 2021 veröffentlichten OECD-Studie „Weiterbildung in Deutschland“ erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

„Die OECD-Studie erkennt zwar den insgesamt hohen Stellenwert von Weiterbildung in Deutschland an. Leider stellt sie aber sehr einseitig auf die arbeitsmarktpolitischen Reparaturfunktionen des Weiterbildungssystems ab. Die Vorschläge laufen auf eine größere staatliche Regulierung und Lenkung hinaus. Sie drohen ein dynamisches Weiterbildungssystem eher zu lähmen als es besser für den digitalen Wandel zu wappnen.

Die OECD sollte erkennen, dass Weiterbildung mehr als nur eine Hilfsfunktion hat – sie hat erhebliches Gestaltungspotenzial. Das beste Beispiel dafür ist die Höhere Berufsbildung, auf die als wichtiger Teil des deutschen Weiterbildungssystems von der OECD aber leider kaum eingegangen wird. Weiterbildung ist für Handwerksbetriebe von großer Bedeutung: Es sind die vielen gut qualifizierten und sich laufend weiterbildenden Fach- und Führungskräfte des Handwerks, die die Fortschritte in den Bereichen der Digitalisierung, der Energieeffizienz oder des nachhaltigen Bauens bedarfsgerecht beim Kunden umsetzen.

Die Höhere Berufsbildung ist darauf ausgerichtet, Fachkräfte fundiert und vorausschauend auf eine sich wandelnde Arbeitswelt vorzubereiten. Sie muss daher noch stärker in den Fokus politischen Handelns rücken. Hier muss auch die OECD ihren Blick weiten und eine zukunftsorientiertere, Perspektiven bietende Betrachtung vornehmen: Die Meister, Fach- und Betriebswirte sowie Restauratoren im Handwerk müssen sich künftig im Denken und Handeln der OECD wiederfinden.“

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