Zentralverband des
Deutschen Handwerks
29.01.2021

Handwerk und Kirchen diskutieren Zeitenwende Corona-Pandemie

Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Corona-Pandemie standen im Zentrum der diesjährigen Sitzung des Zentralen Besprechungskreises Kirche-Handwerk.

Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Corona-Pandemie standen im Zentrum der diesjährigen Sitzung des Zentralen Besprechungskreises Kirche-Handwerk. Der traditionell zum Jahresauftakt stattfindende Austausch von Repräsentanten der Handwerksorganisation und Kirchen fand dabei erstmals als virtuelles Treffen statt.

Auch im Handwerk haben die Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Beschränkungen tiefe Spuren hinterlassen. Zahlreiche Unternehmen kämpfen um ihre Existenz, Arbeits- und Ausbildungsplätze sind bedroht.  „Der aktuelle Lockdown ist für viele Betriebe und ihre Beschäftigten ein harter Start ins neue Jahr. Unsicherheit und Zukunftssorgen nehmen zu. Umso wichtiger ist es, dass Politik nun schnell Perspektiven gibt“, betont Karl-Sebastian Schulte, Vorsitzender des Besprechungskreises und Geschäftsführer des ZDH. Dazu gehört, dass zugesagte Hilfen schnell bei den Betroffenen ankommen und der Ausbildungsmarkt stabilisiert wird, „denn wir wollen keinen Jugendlichen zurücklassen.“

An vielen Stellen wirkt Corona wie ein Brennglas und macht schon vorher bestehende Defizite sichtbar, etwa eine unzureichende Ausstattung im Bildungs- und Gesundheitswesen, die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten oder Unzulänglichkeiten eines föderalen Flickenteppichs. Zugleich ist die derzeitige Situation Beschleuniger für Transformationsprozesse wie die Digitalisierung von Wirtschaft und Arbeitswelt.

Man war sich einig, dass die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Folgen dieser Zeitenwende einer breiten gesellschaftlichen Debatte und intensiven Reflexion bedürfen, um die richtigen Lehren zu ziehen und aus der Corona-Krise zu lernen. Dazu gehört auch eine faire Lastenteilung der finanziellen Folgen.

Notwendig ist aus Sicht des Besprechungskreises – auch angesichts der in diesem Jahr anstehenden Bundestagswahlen – ein gesamtgesellschaftlicher Zukunftspakt, um dem Verlust von Vertrauen in das politische System entgegenzuwirken und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Man müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen, aber „Bauerfängern“ wie der Querdenker-Bewegung zugleich entschieden entgegentreten.

Auch die Kirchen sind von der Pandemie massiv betroffen. Wegen Versammlungsverboten und Schutzvorschriften können Gottesdienste nicht mehr in der gewohnten Form stattfinden. „Das Fahren auf Sicht mit zeitlich begrenzten Vorgaben ist ein Problem. Allerdings hat die Pandemie in vielen Pfarreien auch große Kreativität freigesetzt, wenn z.B. professionell gemachte Gottesdienste in Rundfunk und Fernsehen übertragen werden“, erklärt der katholische Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger aus der Erzdiözese München und Freising.

„Die Kirchen gehen verantwortungsvoll mit den Gefahren der Pandemie um, setzen sich aber auch dafür ein, dass alte Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen nicht vereinsamen oder einsam sterben“, erklärt Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Fehler, die während der ersten Corona-Welle im letzten Jahr gemacht wurden, dürften nicht wiederholt werden. Die Kirchen unterstützen nun die Aktion #lichtfenster von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, mit der Bürgerinnen und Bürger aufgerufen werden, durch eine Kerze im Fenster der Verstorbenen der Corona-Pandemie und ihrer Angehörigen zu gedenken, und begrüßen die vom Bundespräsidenten geplante zentrale Gedenkfeier.

Schlagworte