Zentralverband des
Deutschen Handwerks
30.10.2020

Erfolge im Umgang mit der Pandemie nicht aufs Spiel setzen

Anlässlich der Veröffentlichung der Herbstprognose der Bundesregierung erklärt Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer:
Portraitfoto von Hans Peter Wollseifer vor einer Strukturleinwand im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin

„Die Herbstprognose der Bundesregierung bestätigt, wie fragil die konjunkturelle Lage in Deutschland ist. Zwar sind viele unserer Betriebe nach dem ersten Lockdown wieder ans Laufen gekommen, doch dieser Erholungsprozess dürfte durch die neuerlichen Beschlüsse zu einem Teil-Lockdown einen erneuten Dämpfer erhalten. Für viele Unternehmen und ihre Beschäftigten steht in diesen Tagen die Zukunft auf Messers Schneide. Wenn es nicht umgehend gelingt, das Infektionsgeschehen einzudämmen und einen noch umfassenderen Lockdown zu vermeiden als den, der jetzt beschlossen wurde, wird der wirtschaftliche Schaden deutlich größer sein als bislang angenommen. Um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten, ist die Gesellschaft als Ganzes gefordert, die Corona-Regeln uneingeschränkt einzuhalten. Sonst wird der Bestand unserer Betriebe und ihrer Arbeits- und Ausbildungsplätze wieder aufs Spiel gesetzt.

Für eine nachhaltige Erholung brauchen die Handwerksunternehmen zusätzliche Gestaltungsspielräume. Um ihre Krisenfestigkeit zu erhöhen, sind zielgerichtete Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis erforderlich. Unternehmen müssen zudem endlich wirkungsvoll von Bürokratielasten befreit werden, damit mehr Zeit bleibt, um das Geschäft an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Aus unternehmerischer Sicht unverständlich sind in der aktuellen Situation neue Bürokratielasten– wie sie aktuell drohen. Da das Pandemiegeschehen die digitale Transformation beschleunigt hat, spüren viele Unternehmen noch intensiver als zuvor das Fehlen einer flächendeckenden und leistungsfähigen digitalen Infrastruktur und den stockenden Ausbau der Digitalisierungskompetenzen in der Verwaltung.“