Zentralverband des
Deutschen Handwerks
11.05.2021

Ausbildung ist Schlüssel zur Standortsicherung

Ausbildung ist und bleibt die Voraussetzung, damit wir ausreichend qualifizierte Fachkräfte für die anstehenden Zukunftsaufgaben und damit für die Standortsicherung Deutschlands haben.
Eine Auszubildende und ein Ausbilder schleifen eine Tischplatte in einer Tischlerei.

Anlässlich des Gespräches der Bundeskanzlerin mit den Sozialpartnern, dem sogenannten „Meseberg-Gespräch“, am Dienstag erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):
 
„Ausbildung ist und bleibt die unabdingbare Voraussetzung, damit wir ausreichend qualifizierte Fachkräfte für die anstehenden Zukunftsaufgaben und damit für die Standortsicherung Deutschlands haben. Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum, starke Regionen, soziale Sicherung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit benennen die in den kommenden Jahren zu bestellenden Zukunftsfelder, auf denen wir nur vorankommen werden, wenn beruflich ausgebildete Menschen diese Zukunftsthemen in der Praxis umsetzen. Nur mit einem soliden Fundament aus qualifizierten Fachkräften wird der Standort Deutschland eine Zukunft haben.

Ausbildungsbereitschaft ist ungebrochen hoch

Pandemiebedingt fehlt aktuell der direkte Kontakt zwischen Betrieben und Ausbildungswilligen, weshalb neue Ausbildungsverträge nur unter erschwerten Bedingungen zustande kommen. Dabei ist die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe weiter ungebrochen hoch. Handwerksbetriebe bieten bundesweit und in allen Gewerken zahlreiche Ausbildungsplätze an, suchen jedoch teils händeringend nach jungen Azubis. Es ist daher ein gleichermaßen positives wie notwendiges Signal, dass sich inzwischen alle Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung dem von uns angeregten und initiierten „Sommer der Berufsbildung“ als neues Format und in dieser Situation erforderlichen neuen Anspracheweg angeschlossen haben, um Betriebe und Azubis zusammenzubringen. Von Juni bis Oktober wollen wir die betriebliche Ausbildung in den Fokus stellen und mittels bundesweiter Aktionstage auf Betriebspraktika, offene Ausbildungsstellen, Berufsorientierungsangebote, auf Nachvermittlungsaktionen, aber auch auf berufliche Karriere- und Entwicklungschancen aufmerksam machen.

Ideele Wertschätzung der Ausbildung ist wichtig

Es geht darum, gerade bei jungen Menschen Verunsicherung abzubauen und die klare Botschaft zu vermitteln: Wer eine Ausbildung anfängt, hat eine gute Zukunft mit zahlreichen Entwicklungs- und Karriereperspektiven. Jungen Menschen, die sich für eine berufliche Ausbildung entscheiden, muss in Taten wie in der politischen Sprache die klare Botschaft vermittelt werden, dass sie genauso wie eine Studentin oder ein Student zur Zukunft unseres Landes beitragen. Wir brauchen gleichermaßen beruflich qualifizierte Fachkräfte wie Akademiker, um die Zukunft unseres Landes zu gestalten. Diese ideelle Wertschätzung muss in Gesellschaft und besonders auch in der Politik künftig noch wesentlich stärker zum Tragen kommen und zum Ausdruck gebracht werden, wenn man will, dass sich junge Menschen selbstbewusst für den Weg der dualen Ausbildung entscheiden.

Weil aktuell wegen der Materialknappheit und massiver Preissteigerungen bei Baumaterialien im Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes die Hütte brennt, ist die Politik aufgefordert, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um hier Abhilfe zu schaffen. Bei unseren Betrieben regieren mittlerweile Verzweiflung und Wut, besonders mit Blick darauf, dass aus deutschen Häfen Containerschiffe vollbeladen mit Holz in Richtung USA auslaufen, während unsere Betriebe wegen der Lieferengpässe und Preisturbulenzen auf Kurzarbeit oder gar Entlassungen zusteuern. Wenn wir diese Entwicklung nicht in den Griff bekommen, dann bedeutet das Stillstand bei Eigenheimen, Wohnungsbauprogrammen und energetischer Sanierung. Hier besteht dringend und unmittelbar Handlungsbedarf.“

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