Zentralverband des
Deutschen Handwerks
12.01.2021

Nachlassende Aufträge lassen sorgenvoll ins Baujahr 2021 blicken

Zur Lage der Bau- und Ausbaugewerke während der Corona-Pandemie und zum Ausblick für 2021 sprach ZDH-Präsident Wollseifer mit der „BILD“:
Portraitfoto von Hans Peter Wollseifer vor blauer Handwerksleinwand

Zur Lage der Bau- und Ausbaugewerke während der Corona-Pandemie und zum Ausblick für 2021 sprach Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer mit Johannes Bockenheimer von der „BILD“:

„Die Bau- und Ausbaugewerke sind bislang recht gut durch die Pandemie gekommen, weil sie große Auftragspolster hatten, die sie abarbeiten konnten. Doch selbst die dicksten Polster werden dünner, wenn es nicht genügend neue Aufträge gibt. Die Auftragslage am Bau trübt sich zunehmend ein, weil vor allem aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand Aufträge ausbleiben. Dadurch verzögert sich auch der dringend benötigte Bau von Wohnungen. Das lässt mich sorgenvoll ins Baujahr 2021 blicken und einen Dämpfer für den Baubereich erwarten, der sich bislang während der Corona-Pandemie als wichtige stabilisierende Konjunkturstütze erwiesen hat. Daher mein Appell an die öffentliche Hand, sich hier vorbildhaft zu verhalten und weiter Aufträge zu vergeben. Als Flaschenhals erweist sich an vielen Stellen auch, dass es bei Genehmigungen etwa für die Gerüstaufstellung oder generell den Bau stockt. Betriebe haben uns berichtet, dass teils Baustellen stillliegen, weil eine Genehmigung für ein Baugerüst fehlt. Hier müssen die Bauverwaltungen dringend einen Zahn zulegen. Es kann nicht sein, dass unsere Betriebe Baumaßnahmen nicht durchführen können und in einigen Fällen sogar in Kurzarbeit gehen müssen, weil entsprechende Genehmigungen nicht erteilt werden, da das Personal fehlt oder es dafür keine digitalen Wege gibt. Wohnraum wie auch Schul- und Brückensanierungen werden aller Orten dringend benötigt, und das Bauhandwerk steht bereit.“

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