29.01.2020

Handwerk und Entwicklungszusammenarbeit: Ausbildung in Jordanien

Die Jordanische Delegation mit Arbeitsminister Nidal Bataineh informierte sich im Haus des Deutschen Handwerks.
Foto: ZDH

Wenn es um die Bekämpfung von Fluchtursachen geht, muss häufig auf mehreren Ebenen angesetzt werden. Dazu kann auch das Handwerk mit seinen Erfahrungen und dem Wissensschatz aus dem dualen Ausbildungssystem beitragen.


In Jordanien setzt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammen mit dem ZDH das Projekt „Beschäftigungsorientierte Ausbildung im Handwerk“ zur Fluchtursachenbekämpfung um. Was sind die Herausforderungen in Jordanien? Zum einen sind 70 Prozent der Bevölkerung jünger als 30 Jahre. Zum anderen ist knapp jede und jeder Dritte der neuneinhalb Millionen Einwohner geflüchtet – die meisten aus Syrien, Palästina oder dem Irak. Diese Bedingungen machen es für viele junge Menschen schwer bis unmöglich, Arbeit zu finden. Obwohl handwerkliche Berufe eine gute Perspektive bieten könnten, gelten sie als wenig erstrebenswerte oder attraktive Option für viele Arbeitssuchende. Der Hauptgrund liegt im praxisfernen Ausbildungssystem und gesellschaftlichem Ansehen des Handwerks vor Ort.


Partner des Projektes ist das jordanische Ministerium für Arbeit. Gemeinsam mit lokalen Fachkräften liegt der Fokus auf beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen für Berufsschullehrer/innen und Ausbilder/innen. Es geht darum, die Ausbildungsinstitutionen und Attraktivität der handwerklichen Berufe langfristig zu steigern. Vorbild dafür ist u.a. auch die Imagekampagne des Handwerks. Der jordanische Arbeitsminister, Nidal Bataineh, informierte sich am Mittwoch, 29. Januar 2020 zum aktuellen Stand des Projektes und tauschte sich mit ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer aus.