10.01.2019

ZDH-Präsident Wollseifer zur Einführung des 8-Stunden-Tages vor 100 Jahren

Foto: Boris Trenkel

"Gerade auch angesichts der Digitalisierung der Arbeitswelt sind wir dafür, im Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen. Um es klar zu sagen: Das soll die Arbeitszeit der Mitarbeiter nicht erhöhen. Wir wollen nicht, dass das zu mehr Arbeit, sondern zu einer flexibler verteilbaren Arbeit führt. Allerorten wird nach Flexibilität gerufen, nur bei den Arbeitszeitregelungen hält man an einem starren täglichen Arbeitszeitkorsett fest. Es fällt doch geradezu aus der Zeit, die tägliche Höchstarbeitszeit weiter auf acht Stunden zu beschränken, wie es derzeit der Fall ist. Das entspricht weder den Interessen der Arbeitgeber, schneller und flexibler die Arbeitsprozesse an die sich stetig verändernden Erfordernisse von Kunden und Markt anpassen zu können, noch entspricht es den individuellen Bedürfnissen der Arbeitnehmer/innen, etwa Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen. Mit einer Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit schafft man für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die Möglichkeit, die Arbeitszeit an den einzelnen Wochentagen individueller aufzuteilen. Gerade Handwerksbetriebe brauchen mehr Flexibilität, um den zunehmend individuellen Bedürfnissen ihrer Kunden nachkommen zu können. Eine solche Umstellung würde somit die betrieblichen Abläufe unterstützen und zugleich den Beschäftigen ermöglichen, Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können."

Auszüge des Statements sind am 6. Januar 2019 in der Bild am Sonntag erschienen.