08.10.2018

ZDH-Generalsekretär Schwannecke zum künftigen Nationalen Bildungsrat

„Die gesellschaftliche Akzeptanz, der bildungspolitische Erfolg und die arbeitsmarktpolitische Wirksamkeit der beruflichen Bildung basieren maßgeblich darauf, dass Bund, Länder, Sozialpartner und Kammern eng zusammenarbeiten. Diese Form der gemeinsamen politischen Steuerung ist ein Alleinstellungsmerkmal der beruflichen Bildung und einer der entscheidenden Gründe, dass sich in Deutschland die berufliche Bildung an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes und den Anforderungen in den Betrieben ausrichtet. Das macht uns in Deutschland stark. Ein Nationaler Bildungsrat, der jedoch nur aus Vertretern der Länder, des Bundes und der Wissenschaft besteht, schließt die Erfahrungen, Kenntnisse und Praxisorientierung aus, die vor allem von den Sozialpartnern und Kammern eingebracht werden. So wird es nicht gelingen, die Arbeitsmarktbedarfe zu berücksichtigen, einen gesellschaftlichen Ausgleich zu erreichen und die operative Umsetzung im Blick zu behalten. Es ist unverständlich und nicht nachvollziehbar, dass im Nationalen Bildungsrat ausgerechnet die Vertreter der Strukturen und Verbände fehlen, die die berufliche Bildung gestalten und umsetzen. Bereits beim Deutschen Bildungsrat (1966-1975) hat die fehlende Berücksichtigung der Akteure der beruflichen Bildung zu dessen mangelnder Akzeptanz und geringen praktischen Relevanz beigetragen. Will der Nationale Bildungsrat nicht ein reiner „Nationaler Schulrat“ werden, müssen die Akteure der beruflichen Bildung in den Beteiligungsstrukturen berücksichtigt werden.“

Teile aus dem Statement wurden vom Handelsblatt in einem Beitrag vom 7.10.2018 übernommen.