03.01.2019

ZDH-Generalsekretär Schwannecke zu sinkender Lehrlingsausbildung in den Dax-Konzernen

Foto: Boris Trenkel

"In Zeiten eines weiter zunehmenden Fachkräftebedarfs sind alle aufgefordert, sich mehr und ganz sicher nicht weniger um die berufliche Ausbildung zu kümmern. Sich aus der beruflichen Ausbildung zurückzuziehen, wie es die Mehrheit der DAX-Konzerne tut, ist das genau falsche Signal. Notwendig ist eine Offensive für die berufliche Bildung: Verstärkte Anstrengungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Auch im Rahmen der aktuellen Novelle des Berufsbildungsgesetzes müssen deshalb gerade kleine Betriebe im Fokus stehen, wenn wir künftig sicherstellen wollen, dass das Handwerk weiter Fachkräfte für die Zukunft ausbildet. Noch stellt sich das Handwerk der Aufgabe der dualen beruflichen Ausbildung mit einem im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen überproportionalen Engagement. Die Auszubildendenquote in den zulassungspflichtigen Handwerken ist mit rund 10 Prozent noch doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft. Damit leistet das Handwerk einen zentralen gesellschaftlichen Beitrag und trägt dazu bei, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Allerdings steht dieses Ausbildungsengagement im Handwerk massiv unter Druck: Das liegt zum einen an der demografischen Entwicklung und der erhöhten Studierneigung junger Leute. Zum anderen wird die Situation zusätzlich dadurch verschärft, dass Industriebetriebe in den letzten zehn Jahren zunehmend ihren Fachkräftebedarf durch neu ausgebildete Handwerker gedeckt haben. Das spricht einerseits natürlich für die hohe Ausbildungsqualität im Handwerk – verstärkt aber andererseits den Fachkräftemangel in den Handwerksbetrieben.“

Teile des Statements sind am 3. Januar 2019 im Handelsblatt erschienen.