03.08.2018

Handwerkspräsident fordert die bundesweit einheitliche Umsetzung der 3+2-Regelung

ZDH
Foto: ZDH/Schüring

 

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer drängt darauf, die von der Regierung zugesicherte sogenannte 3+2-Regelung, derzufolge geduldete Flüchtlinge nach einer dreijährigen Ausbildung noch mindestens zwei Jahre in einem Betrieb arbeiten dürfen, endlich bundesweit einheitlich umgesetzt wird.
"Immer wieder wird die 3+2-Regelung unterlaufen. Besonders in den südlichen Bundesländern werden junge Leute mit Ausbildungsvertrag oder schon in der Ausbildung abgeschoben. Das sind die Falschen, das sind die Integrationswilligen. Für die Betriebe ist das eine riesige Demotivation. Die Regel muss bundesweit ohne Ausnahme angewendet werden. Hier erwarten wir mehr Unterstützung durch die Politik."

 

Hans Peter Wollseifer kritisiert außerdem den Ton in der Debatte über die Flüchtlingspolitik und über die Integration in Deutschland wie auch die Dominanz dieses Themas. Es gebe zahlreiche andere Aufgaben und Themen, die die Regierung dringend anpacken müsse, sei dies die Belastung durch Sozialabgaben,  die zukunftsfeste Gestaltung der Sozialversicherungssysteme und der Rente oder die Digitalisierung und Bildung, um nur einige zu nennen.
"Die letzten Monate waren nicht gerade zuträglich für die Integrationsarbeit in den Betrieben und in der Gesellschaft. Die Debatte über Integration darf nicht das gesamte Regierungshandeln lähmen. Handwerksbetriebe haben jahrzehntelange Erfahrung mit dem Thema Integration. Eine solche Ausbildung kostet viel Mühe. Wir haben aber sehr, sehr oft die Erfahrung gemacht: Die Mühe lohnt sich. Wer ausbildet, bekommt sehr viel zurück. Viele Betriebe machen das mit Herzblut."