26.01.2018

Gerade kleine Betriebe brauchen ein ausreichendes Maß an Flexibilität

Statement zur sachgrundlosen Befristung von ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer für die Deutsche Presse Agentur (dpa):

„Die besondere Arbeitskultur in den eher kleinen, häufig familiär geprägten Betrieben des Handwerks ist von einem engen Miteinander von Inhaber und Beschäftigten geprägt. Es ist deshalb wichtig, dass die „Chemie“ zwischen allen Beschäftigten stimmt, um optimale Arbeitsergebnisse zu erzielen. Handwerksberufe erfordern zudem ein hohes Maß an fachspezifischer Kompetenz. Aus diesem Grund ist es bei Neueinstellungen wichtig, dass den Handwerksbetrieben genügend Zeit zur Verfügung steht, um die persönliche und fachliche Eignung eines neuen Mitarbeiters umfassend im betrieblichen Alltag wie auch im Kundenkontakt zu prüfen. Eine sachgrundlose Befristung gibt hierzu die Möglichkeit: Es gibt Betrieben wie Mitarbeitern die Gelegenheit zu schauen, ob es passt oder eben nicht. Durch die enge Zusammenarbeit in den Betrieben wissen wir das im Handwerk in der Regel nach einer gewissen Frist. Mehrere sachgrundlose Befristungen aneinander zu ketten, das ist im Handwerk ohnehin unüblich. Aus der betrieblichen Praxis wissen wir, dass gerade in Zeiten des Fachkräftemangels guten Mitarbeitern auch schnell und häufig noch vor Ablauf einer Befristung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten wird. Befristete Jobs erleichtern somit häufig vor allem Berufsanfängern und Gruppen mit Vermittlungshemmnissen (etwa Langzeitarbeitslose) den Einstieg. Gerade kleine Betriebe brauchen jedoch ein ausreichendes Maß an Flexibilität, um auf immer wieder schwankende Auftragslagen reagieren zu können.“