03.04.2019

"Berufliche Bildung wird nicht auf Augenhöhe mit der akademischen Bildung finanziert"

In einem Statement für die Bild am Sonntag spricht ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer über die Kosten für die Meistervorbereitung und Prüfungen. Auszüge des Statements sind am 31. April 2019 erschienen.

"Einen Meister zu machen, das kostet nach wie vor Einiges, je nach Gewerk kann das in den fünfstelligen Bereich gehen. Es gibt inzwischen natürlich Fördermöglichkeiten, aber die decken keineswegs die gesamten anfallenden Kosten für die Meistervorbereitung, für Meisterprüfungen und Prüfungsmaterialien ab. Junge ambitionierte Handwerker, die ihren Meister machen wollen, müssen immer noch tief in die eigene Tasche greifen und einen erheblichen Teil der Kosten selbst aufbringen – anders als Studenten, die einen Bachelor oder Master machen und bis zum Doktortitel kostenfrei an der Uni sind. Berufliche Bildung wird also noch lange nicht auf Augenhöhe mit der akademischen Bildung finanziert, sondern die beiden Säulen sehr ungleich behandelt. Während das Studium aus Steuermitteln finanziert wird, müssen angehende Meister, die das gleiche Qualifikationsniveau anstreben, mindestens 36 Prozent ihrer Kosten nach den geltenden Förderkonditionen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) selber tragen. Das muss sich bei der anstehenden AFBG-Novelle ändern und auch der Meister kostenfrei zu erwerben sein. Ein Meistertitel sollte uns genauso viel wert sein wie ein Studienabschluss."