28.06.2019

"Ausbildende Betriebe bei den Sozialabgaben entlasten"

In einem Kurzkommentar im "Handwerk Magazin" erläutert ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, wie ausbildende Betriebe entlastet werden können. Seine Idee: Entlastungen im Sozialabgabebereich analog zu Regelungen, die für Studierende bereits bestehen. Der Beitrag erschien online am 24. Juni 2019.

"Wir müssen darüber nachdenken, wie ausbildende Betriebe endlich entlastet werden können – wirksam und auch als Signal der Wertschätzung für diese wichtige Leistung, von der nicht nur die Betriebe selber, sondern das ganze Land profitiert. Diese Leistung wird leider von allzu vielen für selbstverständlich genommen. Das ist sie aber nicht.

28 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland werden im Handwerk zu Fachkräften qualifiziert. Und danach werden die im Handwerk Ausgebildeten gerne woanders beschäftigt, in Industrie, Verwaltung, Bundeswehr.

Wer ausbildet, der übernimmt nicht nur soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung. Er hat auch hohe Kosten. Durchschnittlich investiert ein Betrieb bei einer dreijährigen Lehre rund 16.500 Euro in die Ausbildung eines jungen Menschen.

Wenn Auszubildende dann sogar über Headhunter abgeworben werden oder massive Abwerbekampagnen gefahren werden, halte ich es für angebracht, darüber nachzudenken, wie ausbildende Betriebe unterstützt werden können und welche Wege zu einer auch finanziellen Wertschätzung es gibt, etwa über Entlastungen im Sozialabgabebereich analog zu Regelungen, die für Studierende bereits bestehen.

Darüber wollen wir mit der Politik ins Gespräch kommen und konkrete Vorschläge machen."