18.06.2019

ZDH-Präsident fordert in Meseberg Vermittlung von KI-Grundlagen in Schule und Ausbildung

Foto: ZDH / Boris Trenkel

Der richtige Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) wird in einer künftigen Arbeitswelt voraussehbar zu den unabdingbaren Grundkenntnissen gehören, weshalb Kinder und Jugendliche dies bereits in der Schule lernen sollten. Das forderte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), anlässlich des „Zukunftsgesprächs“ mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am Montag in Meseberg. Die Potentiale von KI-Anwendungen für unternehmerische Wertschöpfung und deren Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse waren Gegenstand des diesjährigen Meseberg-Treffens.

„Unser Bildungssystem muss zügig darauf ausgerichtet werden, dass von Anfang an und über alle Bildungswege hinweg digitale Kompetenzen vermittelt werden. Dies schließt KI-Wissensvermittlung ein. Damit kann nicht früh genug begonnen werden“, betont Wollseifer. Nur dann ließen sich die Chancen dieser Anwendungen in der Arbeitswelt von morgen nutzen. KI-Anwendungen werden nach Einschätzung des ZDH-Präsidenten Gesellschaft und Unternehmenswelt in verschiedenen Bereichen teils vor massive Umbrüche stellen. Auf diese Veränderungen und auf die damit einhergehenden notwendigen Anpassungsprozesse - auch im Bereich der Weiterbildung - müssten sich die Unternehmen frühzeitig vorbereiten, unterstützt von der Politik. Mit Blick auf den bereits jetzt akuten Mangel an Fachkräften fordert Wollseifer, auch in der Ausbildung künftig konsequent wirtschaftsorientierte KI-Nutzungskompetenzen zu vermitteln. Das sichere die Basis von Innovationen in den Unternehmen und Betrieben. „Und für viele Jugendliche dürfte dies eine Riesenmotivation für eine Duale Ausbildung sein“, so der ZDH-Präsident.

Wollseifer dringt darauf, die berufliche Ausbildung insgesamt zu stärken und die Bildungsinvestitionen bereitzustellen, die notwendig sind, um die berufliche Ausbildung stets auf der Höhe der aktuellen Technologien zu halten. Gerade das Handwerk bietet laut ZDH-Präsident ideale Voraussetzungen einer Verknüpfung von Tradition und Innovation, weil es sich seit jeher dadurch auszeichnet, bestehende Berufsbilder und Weiterbildungsinhalte permanent fortzuentwickeln und neu zu strukturieren.

Beim Zukunftsgespräch in Meseberg trifft sich Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel jährlich mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften und Wissenschaften, um sich mit ihnen über aktuelle und gesellschaftsrelevante Themen auszutauschen. Neben ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer war die deutsche Wirtschaft auf dem diesjährigen Treffen durch Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sowie durch Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), vertreten.