07.11.2019

Aufstiegs-BAFöG verbessern: Volle Kostenüberahme für Meisterprüfung

Foto: ZDH/Boris Trenkel

Zu der am Freitag, 8. November 2019 anstehenden Beschlussfassung des Bundesrates über das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

„Die im Gesetzentwurf für die 4. AFBG-Novelle vorgesehenen Verbesserungen für die Aufstiegsförderung senden ein positives Signal an beruflich Qualifizierte, die sich durch Angebote der Höheren Berufsbildung zu Fach- und Führungskräften weiterbilden möchten.

Bei der dem Handwerk besonders wichtigen Kostenübernahme bleibt der Entwurf leider noch hinter den Erwartungen zurück. Denn nach wie vor verbleiben Kosten bei denjenigen, die an Fortbildungskursen und –prüfungen der Höheren Berufsbildung teilnehmen. Studium und Universitätsprüfungen sind in Deutschland kostenlos, daher sollte der Staat auch die Kosten für Fortbildungskurse und -prüfungen der Höheren Berufsbildung komplett übernehmen.

Ich unterstütze deshalb den Vorschlag des Wirtschaftsausschusses des Bundesrates, die Kosten für die Anfertigung des Meisterprojektes zu 100 % zu fördern. In vielen Handwerksberufen werden in der Meisterprüfung hochwertige Objekte und Leistungen erstellt, die mit erheblichen Materialkosten verbunden sind. So kann z. B. die Anfertigung einer Zahnprothese im Zahntechniker-Handwerk oder eines Möbelstücks im Tischler-Handwerk schnell den förderfähigen Höchstbetrag für die Materialkosten von 2.000 Euro übersteigen.

Es könnten Hürden für den Meisternachwuchs spürbar gesenkt werden, wenn Bund und Länder den Höchstbetrag voll bezuschussen. Das ist eine einfache und pragmatische Maßnahme, mit der sich mehr hochqualifizierte Handwerker und Unternehmer für Deutschland gewinnen ließen. Ich appelliere deshalb an den Bundesrat, sich der Empfehlung des Wirtschaftsausschusses in vollem Umfang anzuschließen.“