14.12.2017

Neue Chancen für Menschen ohne Berufsabschluss: Kammern machen berufliches Können sichtbar

Berufliches Können ist vorhanden, aber es fehlen Prüfungszeugnisse: Wie künftigen Arbeitgebern dennoch ein realistisches Bild von den beruflichen Kompetenzen von Menschen gegeben werden kann, die keine Abschlussprüfungen vorzuweisen haben, dazu gibt es Antworten auf der Fachtagung „Können sichtbar machen – Berufliche Kompetenzen validieren“, die am Donnerstag in Berlin stattfindet.

Berufliches Können und Kompetenz erwerben wir nicht nur im Studium oder in der Ausbildung, sondern vor allem im aktiven Arbeitsleben. Das trifft gerade auch auf viele Menschen ohne Berufsabschluss zu. Aber ohne ein Prüfungszeugnis lässt sich das berufliche Können nur schwer nachweisen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind deutlich geringer.

Im Projekt ValiKom haben Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern deshalb ein gemeinsames Verfahren entwickelt. Mit diesem sogenannten Validierungsverfahren können berufliche Kompetenzen, die in der Praxis erworben wurden, sichtbar und vergleichbar mit anerkannten Berufen gemacht werden. Bei der Fachtagung »Können« sichtbar machen – Berufliche Kompetenzen validieren  wird dieses Modell erstmalig einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt.

„Das Validierungsverfahren schließt eine Lücke im Berufsbildungssystem und fügt sich in dessen Strukturen ein, indem es sich auf die anerkannten Berufsabschlüsse bezieht. Davon profitieren der Einzelne, der seine Stärken bisher nicht ausreichend nachweisen kann und die Betriebe, die alle Potentiale zur Überwindung des absehbaren Fachkräftemangels heben müssen“, sagt Kornelia Haugg, Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung, Lebenslanges Lernen im Bundesministerium für Bildung und Forschung, das das Projekt ValiKom seit Ende 2015 fördert.

Für die Spitzenverbände der Kammern stand bei der Initiierung des Projekts die Fachkräftesicherung für die Wirtschaft im Mittelpunkt. Dirk Palige, Geschäftsführer des Deutschen Handwerkskammertags, stellt fest: „Es fehlt in zahlreichen Berufen und Regionen an qualifizierten Fachkräften. Jeder Mensch, der etwas kann und motiviert ist, hat im Handwerk beste Aussichten und soll dabei unterstützt werden, die Chancen zu nutzen.“ Auch Dr. Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, geht davon aus, dass die Validierung von Berufskompetenzen vielen Menschen neue Entwicklungsperspektiven eröffnen wird: „Das Verfahren macht transparent, was jemand kann, und wo Qualifizierungsbedarf besteht. Das unterstützt die Unternehmen bei der Personaleinstellung und -entwicklung.“

Personen, die bereits an Validierungsverfahren teilgenommen haben, bestätigen, dass ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten dadurch bestärkt wurde. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Karriere und berufliches Fortkommen getan.

Das Verbundprojekt ValiKom wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das entwickelte Verfahren wird noch bis Ende März 2018 erprobt. Alle Informationen zum Projekt und zum Validierungsverfahren finden Sie auf www.validierungsverfahren.de.

Gemeinsame Presseerklärung zum Herunterladen