25.04.2018

Mittelstand sieht politischen Handlungsbedarf zur Wohlstands- und Zukunftssicherung

Die derzeitige Erfolgsgeschichte der deutschen Wirtschaft soll fortgeschrieben werden. Das ist der klare Wunsch der zehn Mitgliedsverbände der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand (AG Mittelstand) in ihrem jetzt veröffentlichten Jahresmittelstandsbericht 2018. Dort werden die wichtigsten Felder benannt, auf denen sie politischen Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung sehen. Zum momentanen wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes hat der Mittelstand maßgeblich beigetragen und will das auch in der Zukunft weiter tun.

Damit das gelingen kann und um die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Betriebe und Unternehmen nachhaltig zu festigen, sind die Fachkräftesicherung, der analoge wie digitale Infrastrukturausbau, die investitionsfreundliche Ausgestaltung des Steuersystems, die generationengerechte Gestaltung der Sozialversicherungssysteme und deren nachhaltige Finanzierung vordringlich.

„Der Mittelstand braucht qualifizierte Fachkräfte, weil sie der unverzichtbare Erfolgsfaktor für mittelständische Betriebe und Unternehmen sind. Ohne gute und qualifizierte Mitarbeiter geht es nicht. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs muss daher Priorität haben und neue Instrumente und Wege eingesetzt werden, um mehr Fachkräfte zu gewinnen“, erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH).

Aus Sicht der AG Mittelstand müssen dazu die berufliche Aus- und Fortbildung gestärkt sowie bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für eine qualifizierte Zuwanderung geschaffen werden. Notwendig ist zudem, dass Arbeitszeit flexibler verteilt werden kann. Es sollte ermöglicht werden, von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen, ohne das Arbeitszeitvolumen auszuweiten.

Die Investitionstätigkeit des Staates wie der Wirtschaft muss ausgeweitet werden, vor allem auch um die Verkehrs- und Datennetze auszubauen und zu verbessern und den Erfordernissen des 21. Jahrhunderts anzupassen. Der Mittelstand braucht attraktive ländliche Räume. Nur gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land können die wirtschaftliche Attraktivität aller Regionen für mittelständische Unternehmen und ihre Mitarbeiter dauerhaft bewahren.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes zu stärken, braucht der Mittelstand ein international wettbewerbsfähiges Steuerrecht. Wichtige Schritte dazu sind, die Steuersätze zu senken und den Solidaritätszuschlag abzubauen. Auch künftig müssen die Finanzierung und der Zugang zu Krediten für den Mittelstand gewährleistet sein. Die Bankenregulierung muss differenziert und entlang der Systemrelevanz ausgestaltet werden.

„Das Hausbankprinzip hat sich bewährt und bietet umfassende Finanzdienstleistungen für den Mittelstand, auch bei seinen internationalen Geschäften. Die mittelständischen Betriebe haben Vertrauen in das deutsche Einlagensicherungssystem. Das Vertrauen in die Sicherheit der Bankeinlagen ist essentiell für die Stabilität einer Volkswirtschaft. Die Einführung eines europäischen Einlagensicherungssystems mit unbegrenzter Haftung unter Banken würde dieses Vertrauen beschädigen", mahnt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Vielen Mittelständlern machen die steigenden Energiekosten und die bürokratischen Hemmnisse zu schaffen. Die neue Bundesregierung muss den Kostenanstieg durch die Energiewende stoppen, damit Energie für den Mittelstand bezahlbar bleibt.
Der Mittelstand braucht weniger Bürokratie.

„Bürokratie und Überreglementierung stehen einer erfolgreichen Zukunftssicherung des Mittelstandes entgegen. Gefordert ist eine Politik, die Lust auf Unternehmertum macht, indem sie die Wirtschaft endlich von überflüssigen Aufgaben und Pflichten entlastet. Unternehmertum braucht Freiräume“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA).

Im Jahresmittelstandsbericht wird gefordert, zwischen „analoger“ und „digitaler“ Wirtschaft faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Für alle Unternehmen muss gewährleistet werden, dass sie uneingeschränkten Zugang zu marktrelevanten Daten und Plattformen haben - wobei Berufsgeheimnisschutz und Datenschutz gewahrt bleiben müssen. Der Mittelstand braucht einen praxistauglichen Verbraucherschutz.

Der Mittelstand braucht ein starkes Europa. Die Förderung eines leistungsfähigen Mittelstands sichert ein hohes Beschäftigungsniveau, die Qualität von Dienstleistungen und die soziale Sicherheit in der EU.

Zu den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand zählen der Bundesverband der Freien Berufe (BFB), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Handelsverband Deutschland (HDE), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV.

Zum Jahresmittelstandsbericht 2018

Bundesminister Altmaier zu Gast beim parlametarischen Abend der AG Mittelstand

Es ist ein Abend mit einem großen Bekenntnis zum Mittelstand. Neben den Spitzenvertretern der zehn Verbände, die die AG Mittelstand bilden, findet auch Ehrengast Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier treffende Worte für diesen wichtigen deutschen Wirtschaftszweig. "Der Mittelstand ist die tragende Säule unserer Volkswirtschaft - hier liegen Verantwortung und Haftung regelmäßig noch in einer Hand", so der CDU-Politiker beim parlamentarischen Abend der AG Mittelstand im Haus des Deutschen Handwerks. "Der Mittelstand ist nicht nur eine Frage der Definition, sondern des Lebensgefühls." Als Minister sei es sein Ziel, am Ende seiner Amtsperiode mehr selbstständige Mittelständler zu haben als bisher. "Unser Ziel muss sein, dass mit der Digitalisierung Arbeitsplätze in Deutschland entstehen. Das ist die Herausforderung“, betont Altmaier und sichert Unterstützung bei der Digitalisierung des Mittelstandes zu. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer begrüßte die Worte des Ministers. "Das ist ein ermutigendes Signal für die kommende gemeinsame Arbeit, die in den nächsten Jahren vor uns liegt." 

Zu den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand zählen der Bundesverband der Freien Berufe (BFB), der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Handelsverband Deutschland (HDE), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV.

Mehr zur AG Mittelstand

Ansprechpartner bei den Verbänden

Bundesverband der Freien Berufe (BFB)
Petra Kleining
Reinhardtstr. 34
10117 Berlin
Tel.: 030/28444439
Internet: www.freie-berufe.de

Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)

André Schwarz
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/5 90 09 95 21
Internet: www.bga.de

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Melanie Schmergal
Schellingstraße 4
10785 Berlin
Tel.: 030/20 21 13 00
Internet: www.bvr.de

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband)

Stefanie Heckel
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/72 62 52 32
Internet: www.dehoga.de

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Thomas Renner
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 030/20 30 81 607
Internet: www.dihk.de

Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)
Michaela Roth
Charlottenstraße 47
10117 Berlin
Tel.: 030/20 22 55 115
Internet: www.dsgv.de

Deutscher Raiffeisenverband e. V. (DRV)
Wiebke Schwarze
Pariser Platz 3
10117 Berlin
Tel.: 030/85 62 14 430
Internet: www.raiffeisen.de

Handelsverband Deutschland (HDE)
Kai Falk
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/72 62 50 60
Internet: www.einzelhandel.de

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
Beate Preuschoff
Mohrenstraße 20/21
10117 Berlin
Tel.: 030/2 06 19 370
Internet: www.zdh.de

DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV
Juliane Ibold
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/59 00 99 661
Internet: www.mittelstandsverbund.de