02.11.2020

Handwerk bei der Nachhaltigkeitswende stärker einbeziehen

Portraitfoto von Hans Peter Wollseifer vor blauer Handwerksleinwand
Foto: ZDH/Boris Trenkel

Anlässlich des Endes der Dialogphase am 31. Oktober 2020 zum Entwurf der überarbeiteten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

„Es ist gut, dass die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet und damit weiterentwickelt wird. Der überarbeitete Entwurf weist aus Sicht des Handwerks aber noch erhebliche Schwachstellen auf. Zu wenig bis gar nicht sind darin das Handwerk als wichtige Wirtschaftsgruppe wie auch kleine und mittlere Unternehmen berücksichtigt. Dabei zählen die meisten Handwerksbetriebe zu den KMU, die zudem den Großteil der Unternehmen in Deutschland ausmachen. Die Fokussierung auf den Bereich der Industrie ist auch vor dem Hintergrund nicht nachzuvollziehen, dass es gerade Klein- und Kleinstbetriebe sind, die überproportional von Regulierung in verschiedensten Bereichen – wie etwa der Kreislaufwirtschaft – betroffen sind.

Der Entwurf wird der wichtigen Rolle des Handwerks als maßgeblichem Akteur bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele nicht gerecht: Nachhaltiges Handeln ist für das Handwerk ein über Jahrhunderte gewachsener und bestimmender Bestandteil seiner Identität und Werte. Dieser Erfahrungsschatz und das enorme Potential sollten für die Strategiefindung besser genutzt werden. Das muss auch Ausdruck in der Zusammensetzung der Beratungsgremien zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie finden, wo der Fokus ebenfalls auf der Industrie liegt. Um die Interessen der gesamten Wirtschaft zu berücksichtigen, muss das Handwerk mindestens in der sogenannten Dialoggruppe einbezogen werden, die die Sitzungen des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung vorbereitet. Die Nachhaltigkeitsziele werden nur zu erreichen sein, wenn auch die Betriebe des Handwerks ihren Beitrag leisten können und nicht etwa durch zusätzliche Berichts- und Informationspflichten bei den Maßnahmen, die die Strategie vorsieht, darin behindert werden.“

In einer detaillierten Analyse zur Strategie und den darin enthaltenen Maßnahmen zeigt das Handwerk anhand konkreter Beispiele auf, in welchen Bereichen es Verbesserungspotenzial für den überarbeiteten Entwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sieht.

Stellungnahme zum Download

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