15.06.2017

ZDH-Präsident Wollseifer beim "Zukunftsgespräch" in Meseberg

Beim diesjährigen „Zukunftsgespräch“ von Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften auf Schloss Meseberg ging es vor allem um die Frage, wie angesichts der globalen Rahmenbedingungen und des digitalen Wandels auch in Zukunft Wohlstand und Arbeitsplätze erhalten werden können. Für die Wirtschaft erklärte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), nach dem Gespräch:

"Es hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt, dass es gut ist, wenn sich Regierung und Sozialpartner an einen Tisch setzen, um über drängende Zukunftsfragen und aktuelle Herausforderungen nicht nur zu sprechen, sondern wenn dieses Gespräch von dem Geist getragen wird, wirklich gemeinsam Antworten zu finden.

Einer der Motoren der deutschen Wirtschaft ist die deutsche Exportindustrie und deren breites Fundament an kleinen und mittleren Unternehmen und Betrieben. Damit der Exportmotor auch weiter läuft, müssen die Handelsbeziehungen und die internationalen Wertschöpfungsketten funktionieren. Abschottung und Protektionismus schaden uns und unseren Handelspartnern und sind sicher kein erfolgversprechendes Zukunftskonzept. Die Reaktion auf Protektionismus sollte deshalb keinesfalls der Versuch sein, Gleiches mit Gleichem zu vergelten: Das wäre das genau falsche Signal! Deutschland sollte sich vielmehr weltweit weiter für Offenheit einsetzen. Das ist natürlich nur glaubwürdig, wenn wir selbst offen bleiben.

International brauchen wir klare Regeln und eine einheitliche Anwendung. Außenwirtschaftliche Offenheit setzt voraus, dass wir auch im Inland flexibel bleiben, auf strukturverändernde Entwicklungen zu reagieren und uns ihnen anzupassen. Ein wichtiger Faktor ist hier das System der beruflichen Bildung. Gerade die Digitalisierung und ein beschleunigter Wandel in der Arbeitswelt erfordern große Aus- und Weiterbildungsanstrengungen: Das ist originär eine Aufgabe der Wirtschaft mit ihren Organisationen vor Ort, bedarf aber auch der unterstützenden Flankierung und finanziellen Förderung durch die Politik. Es gilt, neue Qualifikationserfordernisse und neue Kompetenzen in bestehende Strukturen zu integrieren: Genau hier setzt die Wirtschaft auf die „Höhere Berufsbildung“. Damit sollen kluge junge Köpfe für eine berufliche Ausbildung gewonnen werden, um die Betriebe auch in der Zukunft mit genügend qualifizierten Fachkräften zu versorgen."