03.09.2018

Handwerkspräsident fordert in Meseberg Stärkung der Höheren Berufsbildung

Foto: Boris Trenkel

Das Konzept der Höheren Berufsbildung muss stärker vorangebracht werden, um eine lebendige Weiterbildungskultur in Deutschland zu etablieren. Hierzu forderte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), die Bundesregierung während des „Zukunftsgesprächs“ in Meseberg auf. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sei dies ein „wirkungsvoller Hebel“ und setze wichtige Impulse für den Bereich der persönlichen Qualifizierung und Kompetenzentwicklung.

„Arbeitnehmer bekommen im Rahmen der Höheren Berufsbildung effektive Tools an die Hand, um ihre individuellen Karrierechancen verwirklichen zu können. Davon profitieren dann auch die Betriebe“, so Wollseifer. Neben der Weiterbildung im Zeitalter der Digitalisierung waren auch neue Formen der Arbeit die vorrangigen Themen des diesjährigen Gipfels.

Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Digitalisierung alle Gesellschaftsbereiche durchdringt und dabei neue Anforderungen an die Wirtschaft wie auch an den Bereich der strukturierten Weiterbildung stellt. Insbesondere vor dem Hintergrund des technologischen Wandels und den damit einhergehenden Anforderungen richtet sich das vom Handwerk forcierte Konzept der Höheren Berufsbildung eng an den unterschiedlichen Qualifikationsbedarfen der Betriebe aus.

Auf dem Treffen in Meseberg sprach sich Wollseifer daher dafür aus, die bestehenden finanziellen Hürden für eine Weiterbildungsbeteiligung abzubauen: Teilnehmer sollten über das Aufstiegs-Bafög von den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren freigestellt werden. Außerdem sollte es möglich werden, dass mehrere Fortbildungen hintereinander förderfähig sind. Höhere Berufsbildung und deren Fortbildungsstufen müssten als Marken sichtbarer werden:

„Wenn Jugendliche und ihre Eltern von beruflicher Bildung sprechen, dann sollen sie statt „nur“ einer Ausbildung auch die vielfältigen Bildungs- und Karrierewege nach der Ausbildung vor Augen haben“, so Wollseifer.

Im Sinne der Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung müsse außerdem die Begabtenförderung im Handwerk analog zum Hochschulbereich deutlich aufgestockt werden.

Auf dem Zukunftsgespräch in Meseberg trifft sich Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel jährlich mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften und Wissenschaften, um sich mit ihnen über aktuelle und gesellschaftsrelevante Themen auszutauschen. Neben ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer war die deutsche Wirtschaft auf dem diesjährigen Treffen durch Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) sowie durch Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), vertreten.