20.09.2018

Handwerk erwartet Zustimmung vom Bundesrat

Foto:Boris Trenkel

Der Bundesrat befasst sich in seiner Plenarsitzung am 21. September 2018 mit dem „Entwurf eines Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“. Dazu gehört auch die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die zuständigen Ausschüsse empfehlen, diese auf 1.000 Euro zu erhöhen. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:

„Das Handwerk erwartet vom Bundesrat, der Anhebung der Wertgrenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter von derzeit 800 Euro auf 1.000 Euro zuzustimmen. Die Anhebung auf diesem Wert ist seit Jahren eine Kernforderung des ZDH, da damit gleichzeitig die sogenannte Poolabschreibung entfallen und die Betriebe von erheblichem bürokratischen Aufwand entlastet würden. Dies ist in Zeiten von ansonsten steuerpolitischem Stillstand entlang der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag für die Unternehmen auch notwendig, das haben die zuständigen Ausschüsse zurecht erkannt. Wir erwarten daher von den Ländern, der entsprechenden Empfehlung der Ausschüsse im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu folgen.

Darüber hinaus hält es das Handwerk für unerlässlich, die Thesaurierungsbegünstigung bei Personenunternehmen zu modernisieren und die Anrechnung von Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer anzupassen. Deutsche Betriebe benötigen im internationalen Wettbewerb wieder mehr Luft für dringend notwendige Investitionen. So wie die Thesaurierungsbegünstigung derzeit ausgestaltet ist, nutzen die Betriebe sie als Instrument bisher kaum. Dadurch läuft das Ziel, die Bildung von Eigenkapital bei Personenunternehmen zu erleichtern und damit Zukunftsinvestitionen zu stärken, bislang ins Leere. Die Belastung mit Gewerbesteuer ist in den vergangenen Jahren aufgrund gestiegener Gewerbesteuer-Hebesätze der Kommunen und einer Erweiterung der Hinzurechnungen zudem stetig gestiegen. Hier bedarf es dringend einer Korrektur.“