02.03.2016

Vorbereitung auf Ausbildung

Zur Ausbildung von Flüchtlingen erhalten die Betriebe Unterstützung, so ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke im Syker Sonntags-Tipp (28.02.2016).

Flüchtlinge sind nicht nur ein Thema in der bundesdeutschen Politik sondern auch bei den Handwerksverbänden. Asylsuchende sollen Beschäftigung und Ausbildung erhalten. In welchen Bereichen kommt deren Einsatz besonders in Frage? Gibt es schon vielversprechende Pilotprojekte?

Schwannecke: Das Handwerk kümmert sich vor allem um junge Menschen mit Bleibeperspektive. Ihnen wollen wir eine Chance zur Qualifizierung oder Ausbildung geben. Gemeinsam mit dem Entwicklungshilfeministerium bereiten wir in 15 Projektgruppen jedoch auch junge Menschen auf eine Ausbildung vor, die später in ihren Heimatländern für Wiederaufbau oder Verbesserung der Infrastruktur sorgen sollen.

Sprachbarrieren, Mentalitätsprobleme, klimatische Probleme – er gibt eine Reihe Gründe, warum Unternehmer das Thema Beschäftigung von Flüchtlingen nur zögerlich aufgreifen. Wie wollen Sie diesen Vorbehalten begegnen?

Schwannecke: Die Unternehmer wollen wir nicht allein lassen. Mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesbildungsministerium starten wir jetzt ein Projekt, mit dem wir bis zu 10.000 junge Asylsuchende in handwerklichen Bildungsstätten auf eine Ausbildung vorbereiten wollen. Sprachschulung, Integrationskurs, allgemeine und vertiefte Berufsorientierung – erst wenn alle Stationen erfolgreich durchlaufen sind, werden junge Flüchtlinge zur Ausbildung in die Betriebe vermittelt.

Eine Reihe von Klippen zur Beschäftigung von Asylsuchenden sind schon beseitigt. Aber längst nicht alle. Wo sehen Sie auf Sicht politischen Handlungsbedarf?

Schwannecke: Die Bundesregierung will für Flüchtlinge in Ausbildung die Formel 3+2 einführen – mindestens Duldung für die Dauer der Ausbildung plus zwei Jahre im Betrieb. Damit wird sie unsere wichtigste Forderung erfüllen. Die Betriebe brauchen Sicherheit! Dazu wird es bundesweit Willkommenslotsen geben, die Flüchtlinge und Betriebe in allen praktischen Fragen beraten. Das ist eine große Hilfe!

Interview: Heinrich Kracke