01.04.2020

ZDH-Präsident Wollseifer verlangt Ausweitung des Kurzarbeitergeldes

Foto: ZDH/Boris Trenkel

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer äußert sich gegenüber der Funke Mediengruppe zu den neuen Regelungen beim Kurzarbeitergeld.

„Viele Handwerksbetriebe kämpfen gerade darum, diese Krisenzeit zu überstehen und ihren Betrieb und ihren Mitarbeiterstamm zu erhalten. Die Regelungen zur Kurzarbeit verschaffen den Betrieben Luft und helfen, Beschäftigte in den Betrieben zu halten. Das ist ganz essentiell auch mit Blick auf die Zeit nach der Krise, um dann in der Lage zu sein, rasch wieder den Geschäftsbetrieb aufzunehmen. Allerdings greifen die derzeitigen Regelungen zum Kurzarbeitergeld zu kurz, weil sie für Auszubildende und geringfügig Beschäftigte nicht gelten.

Gesetzlich ist festgelegt, dass die Ausbildungsvergütung für sechs Wochen weiter fortgezahlt werden muss. Diese fortlaufenden Ausgaben für Ausbildungsvergütungen sind in Zeiten dramatischer Umsatzeinbußen ein Posten, der die liquiden Mittel des Betriebes aufzehrt. Das verstärkt den finanziellen Druck für ausbildende Betriebe, ganz besonders für die, die bereits am Rande ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit angekommen sind. Ohne eine vollumfängliche Einbeziehung von Auszubildenden bei den Regelungen zum Kurzarbeitergeld werden manche Betriebe aus Liquiditatsgründen nicht umhin kommen, ihr Ausbildungsengagement einzustellen und Ausbildungsverhältnisse aus betrieblichen Gründen aufzulösen. Das will aber niemand, schon gar nicht unsere Handwerksbetriebe selbst, denen Ausbildung sehr am Herzen liegt.

Kurzarbeitergeld ist in dieser Situation Schutz der Auszubildenden. Ebenso ist es notwendig, dass auch für geringfügig Beschäftigte die Regelungen zur Kurzarbeit angewendet werden können. In zahlreichen Branchen des Handwerks bilden sie einen wichtigen Teil der Betriebsbelegschaft. Das gilt insbesondere für das Gebäudereiniger-Handwerk und das Lebensmittelhandwerk, die beide gerade in diesen Zeiten unbedingt gebraucht werden, um die Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Sollten diese Betriebe zahlungsunfähig werden und pleite gehen, dann geht damit auch ein ganz wesentlicher Teil der Grundversorgung verloren.“

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