16.03.2018

Schlussbericht zur Internationalen Handwerksmesse 2018

Rund 124.000 Besucher kamen zur Internationale Handwerksmesse nach München, um die nächste Generation des Handwerks live zu erleben. Der hohe Zuspruch handwerklicher Leistungen in der Gesellschaft setzte sich vor dem derzeitigen Hintergrund voller Auftragsbücher im Handwerk ungebrochen auf der Messe fort. Schließlich kam jeder zweite Besucher mit einer festen Kaufabsicht zur Messe. Dieser Vorsatz zeigte sich in der investierten Summe. Bei einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Summe von 630 Euro kam am Ende ein Gesamtvolumen von über 37 Millionen Euro zusammen.

Die diesjährige Internationale Handwerksmesse stand unter dem Motto „Die nächste Generation. Wir zeigen, was kommt.“ Für 88 Prozent der Besucher erfüllte sich dieses Versprechen, weil sie der Messe auf ihrer persönlichen Zufriedenheitsskala hohe Bewertungen gaben. Ähnlich positiv fiel das Fazit auf Ausstellerseite aus. Bei 82 Prozent der rund 1.000 Firmen galten die Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen und die Erweiterung des Kundenstamms als oberstes Ziel für ihre Messebeteiligung. Für den Großteil erfüllte sich dieses Vorhaben, denn acht von zehn Ausstellern sagen, dass sie 2019 sicher wieder auf der IHM ausstellen. Im Ranking der Besuchergunst lagen in diesem Jahr die Angebotsbereiche „Bauen, Sanieren, Renovieren“ (32 Prozent) und „Kunsthandwerk und Design“ (25 Prozent) ganz vorne.

„Eine Woche stand München im Fokus des öffentlichen Interesses. Dies verdanken die Stadt und das Messegelände dem Handwerk. Vor 70 Jahren entstand die Idee der Handwerksmesse, heute ist sie die beste Plattform, für diesen vielfältigen Wirtschaftszweig bei Kunden, Medien und Politik zu werben. Und alle erlebten hier die analoge und digitale Welt des Handwerks. Die nächste Generation zeigte sieben Tage lang, was kommt – und die Aussteller setzten eindrucksvolle Maßstäbe für die Zukunft!“, sagt Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH.
2018 startete die Internationale Handwerksmesse schon vor den Drehkreuzen. So stieß die neu geschaffene Erlebnisfläche „Design Spirit – Arbeitswelten und Produkte von morgen“ im Eingang West auf großes Interesse. Dort konnte das Messepublikum moderne Arbeitswelten, Hightech-Werkstätten und preisgekrönte Start-ups mit spannenden Produkten erleben. Gerade auf die Förderung und Unterstützung junger Betriebe legte die Messe in diesem Jahr ihr besonderes Augenmerk. Viele Start-ups nutzten diese ideale Plattform für Markteinführungen und Produktweiterentwicklungen, zur Gewinnung von Neukunden, zur Vorstellung ihrer Produkte gegenüber potenziellen Investoren sowie zur Knüpfung von Kooperationen mit anderen Betrieben.
    
Wie die nächste Generation des Handwerks denkt, arbeitet und welche  Produktlösungen sie bietet, wurde unter anderem in Halle C1 deutlich, zum Beispiel auf der Mottofläche „Fokus Handwerk: Die nächste Generation“. Auf der Sonderschau „Land des Handwerks“ überzeugte sich unter anderem Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei drei Handwerksbetrieben, die exemplarisch für die nächste Generation stehen: Das reichte vom ehrenamtlichen Engagement zur Fachkräftesicherung (Krellsche Schmiede) über den Erfolg eines Start-ups mit einer digitalen Geschäftsidee (Keks Kreator) bis hin zu Präzisionslösungen, die nur das Handwerk liefern kann (Schreinerei Luther). Alle beim „Land des Handwerks“ teilnehmenden Betriebe aus Sachsen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen zählen zur ersten Liga des Handwerks. Beleg und Anerkennung ihrer Leistung sind drei Bundes- und Staatspreise, die an „Land des Handwerks“-Betriebe gingen.

Einen Einblick in die vielfältige Welt des Handwerks erhielt die nächste Generation von Berufseinsteigern. Mit ihren Sonder- und Aktionsschauen YoungGeneration und AutoBerufeAktuell lieferte die Internationale Handwerksmesse einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Schließlich konnte jeder dort über 40 Handwerksberufe ausprobieren. Wie groß das Interesse an einer zukunftssicheren Ausbildung im Handwerk ist, belegten die 2.800 Schüler, die während der Messelaufzeit mauerten, hämmerten und löteten.

Im kommenden Jahr findet die Internationale Handwerksmesse und die parallel stattfindende Garten München an fünf Tagen, von Mittwoch bis Sonntag, 13. bis 17. März 2019, statt. „Mit der Verkürzung kommt die GHM dem vielfach geäußerten Wunsch der Aussteller, Verbände und Partner nach“, erläutert Dieter Dohr. „Angesichts voller Auftragsbücher und der damit verbundenen hohen Personalauslastung im Handwerk eröffnet eine Verkürzung dem Handwerk auch in Zukunft eine erfolgreiche Teilnahme an seiner Leitmesse, der Internationalen Handwerksmesse in München.“

Stimmen zur Internationalen Handwerksmesse:

„Die nächste Generation hat ein neues Verständnis von Handwerk: smarte Kundenservices, modernste Produktionstechniken und der selbstverständliche Einsatz digitaler Werkzeuge in Verbindung mit mehr Flexibilität, Vernetzung und Familienfreundlichkeit. Die Internationale Handwerksmesse hat gezeigt, dass im Handwerk diese Art der Zukunftsorientierung und Traditionspflege zwei Seiten einer Medaille sind.“
Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

„Das Handwerk hat sich auf seiner Leitmesse wieder von seiner besten Seite gezeigt: Wir konnten den Besucherinnen und Besuchern vorführen, wie vielfältig und modern unser Wirtschaftsbereich ist. Dies ist ganz wichtig, um Auszubildende zu gewinnen und Nachfolger für Handwerksbetriebe zu finden – die nächste Generation. Bei diesen jungen Leuten konnten wir punkten und ihnen zeigen, welche Perspektiven das Handwerk bietet.“
Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages