27.11.2018

Gemeinsam stark im Handwerk

Foto: Boris Trenkel

Handwerk und gelebte Verantwortung – das gehört seit jeher eng zusammen. Handwerksbetriebe sind in ihren Regionen fest verankert. Sie sind oft aktiv und gestaltend, häufig ehrenamtlich in ihrem Umfeld engagiert etwa im Vereinsleben, in der kommunalen Selbstverwaltung, als Unterstützer lokaler sozialer Initiativen oder als Ausbilder.

Der dualen Ausbildung in den Betrieben und in der Berufsschule verdankt Deutschland die hohe Qualifikation seiner handwerklichen Fachkräfte. Unverzichtbar dafür: Die Meisterinnen und Meister. Ohne ihr Können ist eine erfolgreiche duale Ausbildung im Betrieb kaum möglich. Meisterinnen und Meister sind darin geschult worden, Jugendlichen die Grundlagen für eigene Berufskarrieren zu vermitteln, Betriebe zu gründen oder zu übernehmen und sie erfolgreich zu führen. Der Meisterbrief ist die Spitzenqualifikation im Handwerk.

Meisterbetriebe sind es auch, die 95 Prozent aller Azubis im Handwerk eine Perspektive geben und sie fit für ihre berufliche Zukunft machen. Ohne unsere engagierten Meister könnten wir den erheblichen Fachkräftebedarf unserer Betriebe nicht stemmen. Deswegen bleibt wichtig, dass wir junge Menschen ermutigen, nach einer Ausbildung auch diesen Weg der beruflichen Aufstiegsfortbildung zu gehen. Und auf diesem Weg müssen wir sie unterstützen – auch finanziell. Nur knapp zwei Drittel der Kurs- und Prüfungskosten können zurzeit gefördert werden. Den Rest müssen die angehenden Meisterinnen und Meister selbst übernehmen. Wir fordern von der Politik, dass Meisterausbildung und -prüfung vollständig kostenfrei sind - genauso wie auch das Studium bis zum Examen kostenfrei ist. Handwerksmeister sind in Deutschland ebenso wenig verzichtbar wie etwa Ingenieure, Lehrer oder Rechtsanwälte.

Innungsbeste und Meister stehen für Spitzenleistungen im Handwerk. Modernes Handwerk kombiniert zunehmend alte Techniken mit neuen Lösungsansätzen und Technologien, schafft so Innovationen und bringt damit nicht nur das Handwerk, sondern Deutschlands Wirtschaft insgesamt nach vorn. Meister geben dabei Traditionsbewusstsein und Wissen an die Folgegeneration weiter. Nicht nur an Azubis, sondern derzeit auch an viele Menschen mit Fluchthintergrund. Denn Integration ist seit Langem gelebte Verantwortung im Handwerk. An den Werkbänken, in den Backstuben und auf den Baustellen des Handwerks arbeiten seit jeher Menschen unterschiedlicher Nationalität zusammen. Geschicklichkeit, Kreativität, Genauigkeit, Kundennähe und Verantwortungsbewusstsein sind die universellen Ansprüche, die uns verbinden, unabhängig von Herkunft, Religion und Weltanschauung. Gemeinsam, als Teams in den Betrieben und als Branche mit Zugang zu sämtlichen Zukunftsbereichen, können wir viel erreichen. Getreu unserem Motto: „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern wo man hinwill“.


Der Namensbeitrag von ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer ist am 23. November 2018 in einer Beilage des Stader Tageblatts erschienen.