10.08.2017

"Für Fehler der Automobilindustrie dürfen nicht die Handwerksbetriebe bestraft werden." 

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer spricht sich in einem Statement für die Rheinische Post gegen überstürzte Dieselfahrverbote in Ballungsräumen aus.
„Von Sperrungen der Innenstädte für Dieselfahrzeuge, die nicht die neueste Abgasnorm erfüllen oder gar einem Ausschluss für alle Dieselfahrzeuge wäre das Handwerk in besonderer Weise betroffen - es ist fast gänzlich auf Dieselfahrzeuge angewiesen. Bei aller Unterstützung für eine Luftreinhaltepolitik mit Augenmaß - bislang zeigt niemand eine Lösung auf, wie zukünftig die Versorgung der Innenstädte und die Zufahrt zu Baustellen gewährleistet werden soll. Handwerker können nicht von heute auf morgen ihren Fuhrpark auswechseln, den sie sich im Vertrauen auf Nachhaltigkeit gültiger Abgaswerte angelegt haben. Sie können auch nicht auf ÖPNV oder Lastenfahrräder ausweichen. Fahrverbote für vielfach neuwertige gewerbliche Fahrzeuge sind unverhältnismäßig und ökologisch widersinnig. Sie würden die Lebensfähigkeit der Städte insgesamt treffen. Notwendig ist ein Fahrplan zur Schadstoffreduzierung, der Planungssicherheit und Rechtsschutz für den Fahrzeugbestand der Betriebe mit konkreten Maßnahmen zur schnellen Erreichung der Grenzwerte verbindet, um die gerichtliche Anordnung von Fahrverboten zu verhindern. Für Fehler in der Automobilindustrie dürfen nicht die Handwerksbetriebe bestraft werden, die nicht zur Problemlage beigetragen haben und unter deren Mitwirkung sich die Luftqualität in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert hat."

Einige Auszüge des Statements erschienen am 5. August 2017 in der Rheinischen Post.