28.09.2018

BA-Chef Detlef Scheele und IG Metall-Vorstand Ralf Kutzner zu Gast beim Handwerk

Das weite Feld arbeits- und sozialpolitischer Themen waren die inhaltlichen Schwerpunkte der Diskussionen mit den diesjährigen Gästen bei den Vollversammlungen des Unternehmerverbandes Deutsches Handwerk (UDH) und des Deutschen Handwerkkammertages (DHKT).

Im Gespräch mit Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, ging es vorrangig um die Themen sozialer Arbeitsmarkt, Integration und die Arbeitslosenversicherung. Ein wichtiges Thema, das<s>s</s> das Handwerk und die Bundesagentur gleichermaßen beschäftigt, ist, wie wir es schaffen können, möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen und auch Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer machte deutlich, dass aus Sicht des Handwerks der soziale Arbeitsmarkt Gefahren birgt. „Keinesfalls dürfen durch Job-Subventionen andere Arbeitsplätze und damit Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt verdrängt werden", so der Handwerkspräsident. BA-Chef Scheele sagte, dass ein sozialer Arbeitsmarkt aus seiner Sicht vorrangig unter sozialpolitischen Gesichtspunkten zu sehen ist. Langzeitarbeitslose mit Familien sollten nach seinem Dafürhalten die Zielgruppe sein, um auf diese Weise vorbeugend dazu beizutragen, dass sich „Arbeitslosigkeit nicht an die nächste Generation vererbt“ und „hartzen“ zum Berufsziel für Kinder wird. Keinesfalls solle damit aber Wettbewerbsverzerrungen Vorschub geleistet werden. „Er wird keine Konkurrenz für das Handwerk sein“, so Scheele. Einigkeit herrschte zum Thema Flüchtlingsintegration: Generell seien humanitäres Asylrecht und Zuwanderung von Fachkräften klar zu trennen, um keine falschen Anreize zu geben. Allerdings müsse über Übergangsregelungen für ein Bleiberecht für bereits in Deutschland lebende und arbeitende Flüchtlingen geben, die sich integriert hätten.

 

Bei der Sitzung des Deutschen Handwerkkammertages standen die Themen Mindestausbildungsvergütung, die Digitalisierung der Berufsbildung und der Meisterbrief im Fokus. Zu Gast war IG Metall-Vorstandsmitglied Ralf Kutzner. Er fand klare Worte in Sachen Meisterbrief: „Der Meisterbrief ist und bleibt ein Gütesiegel im Handwerk. Er steht für überragende Qualität und Ausbildungsleistung. Wir unterstützen die Rückkehr zum Meister.“ Einigkeit bestand beim Thema Digitalisierung, den damit einhergehenden Strukturwandel gemeinsam so zu begleiten, dass Betriebe wie Mitarbeiter Schritt halten können. Dazu bedürfe es etwa einer raschen Modernisierung von Aus- und Fortbildungsberufen. Dissens bestand hingegen beim Thema einer gesetzlich festgelegten bundesweit einheitlichen Mindestausbildungsvergütung. Das Handwerk lehnt sie weiter entschieden ab, da bestehende Unterschiede in den Branchen und die Wirtschaftskraft der Betriebe mit ihr nicht ausreichend abgebildet werden kann.