11.11.2016

Schluss mit der Verunsicherung!

Die Politik muss die Nachhaltigkeit des Rentensystems in den Blick nehmen, fordert ZDH-Präsident Wollseifer in seiner Kolumne "Berlin intern" für das Deutsche Handwerks-Blatt.

Von Hans Peter Wollseifer

Die Bundestagswahl naht. Die Parteien im Deutschen Bundestag bekommen jetzt bereits Schnappatmung, wenn sie von der Rente sprechen. Auch gesellschaftliche Gruppen melden sich zu Wort. Alle tun so, als sei die Rente in höchster Gefahr und fordern für ihre Klientel Verbesserungen.

Für mich ist das ein Deja-vu. Wahlkampf 2012. Das Motto war: Im Wahlkampf alle verunsichern – dann in der Koalitionsvereinbarung die eigene Klientel bedienen. Die "Mütterrente" und die "Rente mit 63" stellen nur einzelne Gruppen besser – und kosten die Beitragszahler langfristig 10 Milliarden Euro pro Jahr! Das ist keine Politik, die die Nachhaltigkeit des ganzen Systems im Blick hat. Genau darum aber geht es: im Interesse der Betriebe und ihrer Mitarbeiter.

Die erste Große Koalition hat doch seinerzeit die richtigen Weichen gestellt. Sie sichern mit moderatem Beitragsanstieg und schrittweiser Erhöhung des Renteneintrittsalters die Renten künftiger Generationen. Das ist ein Stück Gerechtigkeit gegenüber den Jüngeren. Das sichert eine gute Perspektive für die Rentner. Das sorgt dafür, dass gerade im Handwerk die Kosten auf Arbeit nicht explodieren.

Statt wieder nach einer Politik nur für einzelne Wählergruppen zu schreien, sollten dringend überfällige Korrekturen im System angegangen werden. Nur widerwillig wurde die Flexirente vereinbart. Und wo bleibt eine Regelung für die Altersvorsorge der stark steigenden Zahl von Solo-Selbständigen?

In seinem Positionspapier "Die rentenpolitische Diskussion – worauf es uns ankommt" hat das ZDH-Präsidium nach breiter Diskussion die wichtigsten Forderungen des Handwerks festgehalten. Diese Anmerkungen sind der Politik zur Lektüre empfohlen.