02.09.2016

Rettet die Ausbildung!

Mehr Hilfen für junge Menschen auf dem Weg zu einer Ausbildung fordert ZDH-Präsident Wollseifer im Beitrag für das Deutsche Handwerks-Blatt.

Rund 27.000 Ausbildungsplätze im Handwerk sind im August noch als unbesetzt gemeldet. Das macht uns Sorgen. Die Gespräche mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus den Fachverbänden zeigen mir: In vielen Branchen droht in den kommenden Jahren ein bedrohlicher Engpass. Es finden sich keine Azubis, die Zahl der Facharbeiter geht zurück.

Wenig hilfreich ist in einer solchen Lage die Kritik, dass die Zahl der Ausbildungsbetriebe sinkt. Ja, das tut sie. Aber nicht, weil die Betriebe nicht ausbilden wollen. Sondern, weil sie nicht mehr ausbilden können. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssen der dualen Ausbildung wieder die Bedeutung zurückgeben, die ihr zusteht. Wir müssen mehr Abiturienten von der Ausbildung überzeugen. Und wir müssen gemeinsam noch mehr Hilfen verabreden für junge Leute, denen eine für die Ausbildung ausreichende schulische Bildung fehlt. Ein gutes Beispiel ist die "assistierte Ausbildung".

Die Handwerksausbildung legt den Grundstein für ein selbst bestimmtes Leben und sie schafft die Möglichkeit zu weiterem beruflichen Aufstieg. Sie macht den Unterschied zu einem Handlanger oder Jobber! Und es sei hier noch einmal deutlich gesagt: In der Werkstatt und auf der Baustelle zählen nicht die Hautfarbe, der Beruf der Eltern oder die Bewertung des Lehrers. Da zählt Leistungsbereitschaft, da zählt Verlässlichkeit und da lernt jeder, Verantwortung zu übernehmen.

Es gibt also sehr gute Gründe, die duale Ausbildung stärker in den Fokus zu nehmen.