22.01.2016

Integration ist keine Einbahnstraße

Tagesspiegel Causa mit einem Debattenbeitrag von Hans Peter Wollseifer, ZDH-Präsident: "Integration ist keine Einbahnstraße."

Es ist unsere humanitäre Aufgabe, Kriegsflüchtlingen und Verfolgten Aufnahme und Schutz zu gewähren. Daran hat sich auch nach der Neujahrsnacht in Köln nichts geändert.  

Der Staat muss jedoch seinen Zugriff auf die durch die hohe Zahl der Flüchtlinge entstandene Situation weiter verbessern. Das bedeutet zu aller erst: Jeder Flüchtling muss registriert sein. Wer keinen Asylgrund hat, muss Deutschland verlassen. Die verbesserte Gesetzeslage muss dazu von Justiz und Polizei angewandt werden. Die Integration der Schutzsuchenden in Gesellschaft und Arbeitsmarkt muss aktiv unterstützt werden.  

Integration ist jedoch keine Einbahnstraße. Unsere Gesellschaft zeigt ein großes Engagement, investiert viel in die Eingliederung der nach Deutschland geflohenen Menschen. Sie erwartet von den Asylsuchenden zu recht auch die Bereitschaft zur Integration. 

Dann werden wir diese Menschen nicht allein lassen. Das Handwerk hat bereits in der Vergangenheit Erfahrungen mit der Qualifikation und Ausbildung von Flüchtlingen gemacht. Wir wissen: Viele junge Flüchtlinge bringen keine ausreichende schulische bzw. berufliche Vorbildung mit. Daher macht nur folgendes Vorgehen Sinn: Sprache erlernen, Kompetenzfeststellung, Vorbereitung auf eine Qualifizierung, eine Ausbildung im dualen System und das Erlernen der Fachsprache, Übernahme in Ausbildung durch den Betrieb. Angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen hat das Handwerk Bundesregierung und Arbeitsagentur angeboten, in seinen 550 Bildungsstätten entsprechende Vorbereitungskurse durchzuführen.  

Wir müssen es schaffen, über Qualifizierung und Ausbildung einen Großteil der Flüchtlinge so in den Arbeitsmarkt zu integrieren, dass sie sich wieder auf der Gewinnerseite fühlen. Wer ein selbst bestimmtes Leben führen kann, wer sozial eingebunden ist durch Arbeit, Ausbildung und Nachbarschaft, wer Steuern und Beiträge zahlen kann, statt auf Hilfsgelder angewiesen zu sein, dessen Chancen auf eine gelungene Integration stehen gut. 

Zur Debatte auf der Seite Tagesspiegel Causa

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