01.12.2017

Die Akzeptanz steht auf dem Spiel

Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europaparlaments (ITRE) hat am Dienstag den Bericht zur Energieffizienzrichtlinie (EED) knapp angenommen. Demnach soll das Energieeffizienzziel, das sich die EU setzt, von 20 Prozent bis zum Jahr 2020 auf 40 Prozent bis zum Jahr 2030 angehoben werden. Dazu erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks:

„Die Anhebung des Energieeffizienzzieles von 20 Prozent bis zum Jahr 2020 auf 40 Prozent bis zum Jahr 2030 ist zu hoch gesteckt. Derart ambitionierte Ziele können wirtschaftlich nicht erreicht werden. In der Folge wird weniger in Energieeffizienz investiert und der Pfad in Richtung Klimaplanwirtschaft geebnet. Die nun vom Ausschuss angenommene Vorgabe erscheint auch deshalb zu ehrgeizig, weil weiterhin nicht abschließend geklärt ist, wie die Mitgliedstaaten dazu angehalten werden sollen, sich selbst anspruchsvolle nationale Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen.

Des Weiteren hat sich der ITRE-Ausschuss für eine Einschränkung der in Art. 7 der Richtlinie enthaltenen „alternativen strategischen Maßnahmen“ ausgesprochen. Das halten wir für wenig zielführend. Will man die selbstgesteckten Ziele tatsächlich erreichen, braucht es diese Alternativen. Wenn etwa Sanierungsfahrpläne oder Energieeffizienznetzwerke nicht mehr zur Zielerreichung gezählt werden dürfen und stattdessen Energieeinsparverpflichtungen eingeführt werden, droht die Akzeptanz der Energiewende verloren zu gehen. Daher sprechen wir uns nachdrücklich dafür aus, weiterhin alternative Energieeffizienzmaßnahmen vorzusehen und diese zu dem gesteckten 2030-Ziel hinzurechnen zu können.“