02.11.2017

Aktives Gestalten statt passives Abwarten: Chancen des digitalen Wandels auch im Handwerk nutzen

Auch im Handwerk verändert die Digitalisierung ganz maßgeblich Märkte, Geschäftsprozesse und Berufsbilder. Sie bietet vielfältige Chancen, Dienstleistungen zu erweitern, die Effizienz von Betriebsabläufen zu erhöhen und die Arbeit einfacher und sicherer zu gestalten. Eine zentrale Herausforderung wird sein, bei der Arbeitsgestaltung zu einer neuen Balance zwischen den Flexibilitätsanforderungen der Unternehmen und den Bedürfnissen der Beschäftigten zu kommen. Vor diesem Hintergrund unterstützt der ZDH die Schaffung von Lern- und Experimentierräumen, in denen Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitswelt ergebnisoffen erprobt und evaluiert werden.

Jetzt sind die Sozialpartner und Betriebe aufgefordert, ihre Erfahrungen und Erwartungen an die Gestaltung einer digitalen Arbeitswelt einzubringen, die gleichermaßen den Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gerecht werden.

Als Themen für Lern- und Experimentierräume sind beispielsweise die Arbeitszeitgestaltung und die Gesundheit der Mitarbeiter zu nennen. So könnten im Bereich der Arbeitszeit eine flexiblere Gestaltung der Ruhezeiten oder die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit getestet werden.

Bezüglich der Förderung der Gesundheit der Arbeitnehmer kann die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag leisten. Sie ermöglicht, arbeitsbedingte körperliche Belastungen zu vermeiden bzw. rechtzeitig Überlastungen zu erkennen und präventive Maßnahmen einzuleiten. Dies ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber eine wünschenswerte Entwicklung. Denn angesichts des demografischen Wandels, der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und des zunehmend schwerer zu deckenden Fachkräftebedarfs liegt es auch im Interesse der Handwerksbetriebe, dass ihre Mitarbeiter möglichst lange gesund und fit bleiben.

Die aktive Gestaltung des digitalen Wandels im Rahmen von Lern- und Experimentierräumen erfordert die Bereitschaft zu ständiger Weiterentwicklung und Weiterbildung auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Nicht starre gesetzliche Vorgaben, sondern die freiwillige Erprobung in der betrieblichen Praxis vor Ort ermöglicht eine passgenaue Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen.

Ein Gastbeitrag von ZDH-Geschäftsführer Karl-Sebastian Schulte für das BMAS-Projekt "Arbeiten 4.0 in Lern- und Experimentierräumen erproben" über die Chancen des digitalen Wandels für das Handwerk.

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