29.05.2017

Betriebsrentenstärkungsgesetz - Drei Fragen an ZDH-Generalsekretär Schwannecke

Bei dem Thema betriebliche Altersvorsorge wird es schnell kompliziert. Warum sollte man sich trotzdem damit beschäftigen?

Weil die betriebliche Altersvorsorge viele Vorteile bietet und zukünftig noch stärker vom Staat gefördert wird: Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz, das diese Woche im Bundestag verabschiedet werden soll, werden Arbeitgeber steuerlich bessergestellt, wenn sie zwischen 240 und 480 Euro im Jahr für bei ihnen beschäftige Geringverdiener in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Als Geringverdiener gelten Beschäftige mit einem Brutto-Einkommen von unter 2.200 Euro im Monat. Zusätzlich sollen bei der Grundsicherung im Alter die Betriebsrenten bis zu 202 Euro anrechnungsfrei bleiben und die steuerfreien Zahlungen an Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds angehoben werden.

 

Welche weiteren Vorteile bietet die betriebliche Altersvorsorge, was gilt es zu bedenken?

Die Verwaltungs- und Abschlusskosten sind häufig günstiger als bei einer privaten Vorsorge. Darüber hinaus sind die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge für Betriebe wie Mitarbeiter grundsätzlich bis zu 3.048 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei. Zu bedenken ist aber, dass die Betriebsrente bei der Auszahlung zu versteuern ist und für gesetzlich Krankenversicherte dann die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen.

 

Welche Alternativen gibt es neben der betrieblichen Altersvorsorge?

Neben der betrieblichen Altersvorsorge bleibt zum Beispiel die Riester-Rente interessant, zumal das Betriebsrentenstärkungsgesetz auch eine Erhöhung der Riester-Grundzulage vorsieht. Ob man betrieblich oder privat vorsorgt, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Jedenfalls sollte sich jeder mit dem Thema beschäftigen. Eine umfassende Beratung, etwa bei den Versorgungswerken des Handwerks, ist daher empfehlenswert. Denn der größte Fehler bei der Altersvorsorge, den man machen kann, ist nicht vorzusorgen.