12.04.2017

Handwerk und Hochschulen suchen Gemeinsamkeiten

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke traf den Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Professor Hippler im Haus des Deutschen Handwerks, um über die Herausforderungen in der Bildung zu sprechen.

Drei Fragen an Holger Schwannecke:

Sie vertreten das Handwerk, Professor Hippler die Universitäten. Welche Themen verbinden sie?

Wir sind beide Träger in der formalen Bildung. Das heißt, Lernen findet in Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen statt und führt zu anerkannten Abschlüssen und Qualifikationen. Gemeinsam mit den Hochschulen möchten wir weiter daran arbeiten, die Herausforderungen im Bildungsbereich zu meistern. Vor Ort gibt es bereits Kooperationen zwischen Handwerkskammern und  Hochschulen. Davon profitieren Betriebe, Existenzgründer, Lehrkräfte und Studierende. Diese Zusammenarbeit  möchten wir nun auf die Bundesebene ausweiten.

 

Ausbilder und Universitäten werben um Schulabgänger. Dabei haben oft Handwerksbetriebe das Nachsehen. Woran liegt das?

Es gibt viele Ursachen, die zu dieser Entwicklung geführt haben. Demografischer Wandel, Akademisierung der Bildung, veränderte Berufsvorstellungen von Jugendlichen und ihren Eltern bewirken, dass es nicht einfacher wird, Menschen von einer Zukunft im Handwerk zu überzeugen. Aber gerade das Handwerk lebt von seinen Menschen: Ob Unternehmer, Gesellen oder Auszubildende. Sie alle machen das Handwerk stark. Und für sie – für ein starkes Handwerk - brauchen wir attraktive Arbeitsplätze und eine starke berufliche Bildung.

 

Sie fordern die Einführung einer Höheren Berufsbildung, gleichwertig zum akademischen Weg. Was erhoffen Sie sich davon?

Unser Ziel ist es, dass höhere Bildung nicht nur an Hochschulen stattfindet, sondern auch auf beruflichen Bildungswegen ermöglicht wird. Ich sehe hier vielfältige bildungspolitische Handlungsfelder. Dazu gehört etwa der gleichzeitige Erwerb eines Gesellenabschlusses mit der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung – das "BerufsAbitur". Ich denke, das Berufsabitur ist ein Schritt auf dem Weg, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung umzusetzen.