24.10.2016

Flexirente: Gute Absicht, aber praxisfernes Gesetz

Der Bundestag hat das Gesetz zur Flexirente verabschiedet. Dazu erklärt Holger Schwannecke, Gene-ralsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

"Es ist wichtig, dass die Bundesregierung mit diesem Gesetz längeres Arbeiten und einen flexibleren Einstieg in die Rente möglich macht. Das ist endlich das richtige Signal, dass längere Erwerbstätigkeit möglich und lohnend ist. Die abschlagfreie Rente mit 63 und die Mütterrente wiesen noch in die falsche Richtung.

Positiv ist der Wegfall der Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung für Regelaltersrentner und die Möglichkeit, dass diese ihre Rentenansprüche durch freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung durch die Weiterarbeit noch erhöhen können.

Die neue Teilrente kann stufenlos in Anspruch genommen werden, die Hinzuverdienstmöglichkeiten sind in den meisten Fällen deutlich besser und die Orientierung an Jahreswerten statt Monatswerten bietet Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Branchen mit schwankender Auslastung mehr Flexibilität.

Leider ist der Gesetzgeber nicht den letzten Schritt gegangen und hat, wie vom Handwerk und vielen Experten gefordert, die Regelungen vereinfacht und praxisgerecht formuliert. Hier besteht Nachbes-serungsbedarf. Ansonsten droht die Teilrente an viel zu bürokratischen und unverständlichen Regeln zu scheitern."