09.08.2016

Überfällige Entlastung

Die MIT will Steuerzahler entlasten. "Das ist im Sinne unserer Betriebe und ihrer Mitarbeiter", sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke der Neuen Osnabrücker Zeitung

08.08.2016 - "Das vorgelegte Papier ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion um eine zeitgemäße und leistungsgerechte Besteuerung.
So soll die negative Wirkung der "kalten Progression" insbesondere für kleine und mittlere Einkommen abgemildert werden. Dieser Schritt ist aus Sicht des Handwerks überfällig und ganz im Sinne der Handwerksbetriebe und ihrer 5,4 Millionen Mitarbeiter. Sowohl die Abflachung des Mittelstandsbauchs als auch die Verschiebung der Grenze für den Spitzensteuersatz greifen langjährige Forderungen des Handwerks auf.
Gerade für unsere Betriebe, die ganz überwiegend als Einzelunternehmen und Personengesellschaften organisiert sind, ist eine leistungsgerechte Ausgestaltung des Einkommensteuertarifs unabdingbar, um eine faire Konkurrenzsituation zu Kapitalgesellschaften zu erreichen.
Die Finanzierung der Steuerreform erscheint schlüssig und lässt durch ein Anknüpfen an die erwarteten Steuereinnahmen der künftigen Jahre ausreichend Spielraum. Das langfristige Ziel, den Mittelstandsbauch durch einen linear-progressiven Tarifverlauf zu beseitigen, muss im Blick behalten werden.
Allerdings vermisst der ZDH Aussagen für eine mittelstandsfreundliche Korrektur der Thesaurierungsrücklage, die gerade für kleinere Personengesellschaften wichtig wäre. Mit dieser Rücklage werden Gewinne, die im Unternehmen verbleiben und für Investitionen bereit stehen, ähnlich wie bei einer Kapitalgesellschaft zunächst privilegiert besteuert und erst bei Ausschüttung an den Gesellschafter einer endgültigen Versteuerung zugeführt. Aktuell ist die Ausgestaltung der Norm mittelstandsfeindlich, verhindert mehr Investitionen und dadurch auch die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze. Im Rahmen einer leistungsfreundlicheren Reform ist dies ein notwendiger Baustein."