30.07.2020

Fragen und Antworten zur Umsatzsteuersenkung

Der ZDH hat deshalb auf seiner Homepage unter zdh.de/umsatzsteuer eine Info-Seite eingerichtet, auf der die wichtigsten Informationen und Dokumente stets aktuell für die Handwerksbetriebe bereitgehalten werden. Bitte schauen Sie hier regelmäßig vorbei!

In den vergangenen Wochen sind folgende Fragen besonders häufig gestellt worden:

  1. Welchen Umsatzsteuersatz muss ich anwenden?
    Es gilt der Umsatzsteuersatz bei Abnahme des fertigen Werkes oder der jeweiligen Teilleistung (bei Werklieferungen und Werkleistungen) bzw. im Zeitpunkt des Beginns der Warenbewegung (bei Lieferungen). Wurden die Arbeiten bereits vor dem 1.7.2020 begonnen, aber erst nach dem 30.6.2020 beendet, so sollten die nach dem 30.6.2020 durchgeführten Arbeiten in geeigneter Weise für das Finanzamt dokumentiert werden.
  2. Wie gehe ich mit Anzahlungen zu anderen Steuersätzen um?
    Wurden bereits Anzahlungen zu anderen Steuersätzen vereinnahmt und versteuert, so sind diese Anzahlungen in der Schlussrechnung sowie in der Umsatzsteuer-Voranmeldung für den Zeitraum der Abnahme zu korrigieren.  Bitte beachten Sie hierzu das Beispiel in unserem ZDH-Merkblatt. Das jeweils aktuelle Merkblatt finden Sie auf der ZDH-Homepage unter zdh.de/umsatzsteuer in den Downloads.  
  3. Welcher Steuersatz gilt im Verhältnis Subunternehmer – Generalunternehmer – Endkunde?
    Für die Höhe des Umsatzsteuersatzes kommt es auf die jeweilige Leistung in dem jeweiligen Vertragsverhältnis an. Schließt ein GU mit Subunternehmern Verträge über einzelne Leistungen ab, so gilt für diese Leistungen (vom Subunternehmer an den GU) der Steuersatz im Zeitpunkt der Abnahme durch den GU. Der GU seinerseits erbringt eine Gesamtleistung an den Endkunden, z. B. schlüsselfertiges Einfamilienhaus. Hierfür gilt der Steuersatz im Zeitpunkt der Abnahme des Einfamilienhauses durch den Endkunden.  
    Hierzu ein Beispiel:    

Hierzu ein Beispiel

  1. Muss ich meine Kasse umstellen, auch wenn ich die Umsatzsteuersenkung nicht an den Kunden weitergebe?
    Der jeweils gültige Umsatzsteuersatz ist in jedem Fall auf der Rechnung bzw. dem Kassenbon auszuweisen. Kassen und Rechnungsprogramme sind entsprechend umzustellen. Für den Monat Juli 2020 hat die Finanzverwaltung eine Vereinfachungsregelung gewährt. Wir haben hierüber in der Steuerinfo 6/2020 berichtet (vgl. auch ZDH-Merkblatt, Punkt II). Die Umsatzsteuer-Senkung kann auch über einen Sammelrabatt an der Kasse abgezogen und auf diese Weise an den Kunden weitergegeben werden. Auch hier ist der korrekte Umsatzsteuersatz auf dem Kassenbon auszuweisen.
    Bitte beachten Sie hierzu das Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums vom 10.6.2020. Soll dagegen die Umsatzsteuer-Differenz nicht an den Kunden weitergereicht werden, muss eine Anhebung der Netto-Preise erfolgen.  

 

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um allgemeine Hinweise handelt, die eine steuerliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. Bitte wenden Sie sich hierfür an Ihren steuerlichen Berater.  

 

Simone Schlewitz