Einkommensteuer - Steuerbonus für Handwerkerleistungen: Neues BMF-Schreiben

Das Bundesministerium für Finanzen hat mit Schreiben vom 15. Februar 2010 das Anwendungsschreiben zu § 35a EStG vom 26. Oktober 2007 überarbeitet und zum Steuerbonus für Handwerkerleistungen erneut Stellung genommen. Gegenüber dem bisherigen Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen ergeben sich daraus zahlreiche neue zu begrüßende Konkretisierungen für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen. 

Von Bedeutung für den Steuerbonus für Handwerkerleistungen ist dabei insbesondere die in der Anlage 1 zum Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen enthaltene beispielhafte Aufzählung begünstigter und nicht begünstigter handwerklicher Tätigkeiten. Obgleich eine abschließende Darstellung der begünstigten bzw. nicht begünstigten Handwerkerleistungen freilich nicht möglich ist, wird hier eine Vielzahl von handwerklichen Arbeiten zugeordnet. Diese konkrete Bezugnahme auf die einzelnen Handwerkerleistungen ist für die praktische Handhabung äußerst hilfreich. 

Nachstehende Punkte sind unseres Erachtens darüber hinaus für die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen von besonderer Relevanz: 

  • Bei Handwerkerleistungen, die sowohl auf öffentlichem Gelände als auch auf Privatgelände durchgeführt werden, sind nur Aufwendungen für die auf Privatgelände ausgeführten Handwerkerleistungen begünstigt. Auch sofern eine Verpflichtung für die Durchführung der entsprechenden Leistung besteht, gilt nichts anderes. Diese gemischten Aufwendungen sind daher vom Rechnungsersteller entsprechend aufzuteilen. 
  • Nimmt ein Mieter begünstigte Handwerkerleistungen in Anspruch, wird die Steuerermäßigung auch im Fall der unentgeltlichen Überlassung einer Wohnung gewährt, sofern der Nutzende die entsprechenden Aufwendungen tatsächlich getragen hat.  
  • Begünstigt sind ferner ausdrücklich nur Arbeitskosten. Materialkosten bleiben außer Ansatz. 
  • Bei vom Arbeitgeber getragenen Handwerkerleistungen in einer vom Arbeitnehmer bewohnten Dienst- oder Werkswohnung kann der Arbeitnehmer die Steuerermäßigung nur dann in Anspruch nehmen, wenn er die Aufwendungen als Arbeitslohn versteuert hat. Bei Durchführung der Handwerkerleistung durch eigenes Personal des Arbeitgebers kann die Steuerermäßigung allerdings nicht in Anspruch genommen werden.
  • Für Wohnungseigentümer und Mieter gilt, dass bei der Finanzierung von einmaligen Aufwendungen durch eine Entnahme aus der Instandhaltungsrücklage die Aufwendungen erst im Jahr des Abflusses aus der Instandhaltungsrücklage berücksichtigt werden können. Außerdem hat jeder einzelne Eigentümer bzw. Mieter innerhalb seiner Einkommensteuererklärung die Entscheidung zu treffen, ob er die Steuerermäßigung für die gesamten Aufwendungen (regelmäßig wiederkehrende und einmalige) erst im Jahr der Genehmigung der Jahresabrechnung oder davon abweichend bereits im Jahr der Vorauszahlung in Anspruch nehmen möchte. 
  • Die Steuerermäßigung hängt ab 2008 davon ab, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Handwerkerleistung erfolgt ist. 
  • Barzahlungen oder Barteilzahlungen können auch bei ordnungsgemäßer Verbuchung und entsprechendem Nachweis weiterhin nicht anerkannt werden. Eine bereits erfolgte Barzahlung kann auch nicht durch eine später veranlasste Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers ersetzt werden. 
  • Die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung ist auch dann möglich, wenn die Handwerkerleistung von dem Konto eines Dritten bezahlt worden ist. 
  • Für die Inanspruchnahme des seit 1. Januar 2009 verdoppelten Steuerbonus für Handwerkerleistungen kommt es darauf an, dass die Leistung nach dem 31. Dezember 2008 erbracht und im Veranlagungszeitraum 2009 bezahlt worden ist. 
  • Bei Entstehen eines Anrechnungsüberhangs infolge der Steuerermäßigung ist weder die Festsetzung einer negativen Einkommensteuer in Höhe des Anrechnungsüberhangs noch die Feststellung eines Rück- oder Vortrags der Steuerermäßigung möglich.

 

Luisa Luft