01.06.2021

Aktueller Stand zur Aufrüstung von Kassen mit einer cloudbasierten zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung

Bäckereifachverkäuferin bedient eine elektronische Kasse
Foto: AdobeStock/zzzdim

Mit dem Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen („Kassengesetz“) wurden Unternehmen verpflichtet, ab dem 1. Januar 2020 ihre elektronischen Kassen(systeme) mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) auszurüsten. Damit Unternehmen mit Blick auf ihre spezifischen betrieblichen Bedürfnisse die beste Lösung wählen können, sind sowohl hardware- als auch cloudbasierte TSE-Lösungen zulässig (Technologieoffenheit). Bereits seit Beginn des Jahres 2020 stehen hardware-basierte TSE-Lösungen zur Verfügung. Die Verfügbarkeit einer ersten Cloud-TSE-Lösung war jedoch erst seit dem 30. September 2020 gegeben und weitere Zertifizierungsverfahren für Lösungen anderer Anbieter liefen auch noch nach dem 31. März 2021, welches der Stichtag der sog. Nichtbeanstandungsregelungen der 15 Bundesländer war. Der ZDH hatte daher gemeinsam mit den anderen betroffenen Spitzenverbänden eine Hilfestellung veröffentlicht, mit der die Betriebe bei einer Antragstellung auf weitergehende Erleichterungen nach § 148 Abgabenordnung, unterstützt werden.

Zertifizierungsverfahren einer weiteren Cloud‑TSE-Lösung abgeschlossen

Der Anbieter fiskaly hat am 28. Mai 2021 veröffentlicht, dass alle erforderlichen Zertifikate für die Cloud-TSE-Lösung, durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erteilt worden sind. Die Zertifikate werden auf der Internetseite zum Download zur Verfügung gestellt. Diese Cloud-TSE-Lösung unterscheidet sich technisch gesehen von der gemeinsamen Lösung der Anbieter Deutsche Fiskal GmbH und D‑Trust, welche die erste am Markt verfügbare Lösung war.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind derzeit zertifizierte Cloud-TSE-Lösung folgender Anbieter am Markt verfügbar:

  • Deutsche Fiskal GmbH
  • Swissbit AG
  • D‑Trust GmbH
  • fiskaly GmbH

Das Zertifizierungsverfahren für die Cloud-TSE-Lösung des Anbieters A‑Trust GmbH wurde bisher noch nicht abgeschlossen.

Was bedeutet der Abschluss des Zertifizierungsverfahrens der fiskaly Cloud‑TSE für die Betriebe?

Die Betriebe, die eine Aufrüstung der Kasse mit einer entsprechenden Lösung vorgesehen hatten, mussten wegen der erst späteren Zertifizierung Anträge nach § 148 AO auf weitergehende Erleichterungen bei den zuständigen Finanzämtern stellen. Die Finanzämter haben individuelle Fristen gesetzt, in denen der jeweilige Betrieb eine Implementierung der Cloud‑TSE vollständig umgesetzt haben muss. Bei der Bemessung der Frist wurde in der Regel berücksichtigt, dass das Zertifizierungsverfahren zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht abgeschlossen war. Soweit die Cloud‑TSE noch nicht implementiert wurde oder die Cloud‑TSE bereits zu „Evaluierungszwecken“ angebunden wurde und nur die Anforderungen an die Betriebsumgebung noch nicht umgesetzt wurden, sollte dies nun so zügig wie möglich nachgeholt werden, damit die Anforderungen an die Sicherung der Kasse und den Kassenaufzeichnungen durch eine Cloud‑TSE zeitnah erfüllt werden.

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