20.03.2020

Corona – die Steuerverwaltung im Krisenmodus

Gestern hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) das von der Wirtschaft dringend erwarte und mit den Ländern abgestimmte Schreiben zu den steuerlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus veröffentlicht. Darin werden Details zu den Stundungs- und Vollstreckungsmaßnahmen sowie zu der Anpassung von Steuervorauszahlungen genannt. Diese Maßnahmen sind Teil der gemeinsam von Bundeswirtschaftsministerium und BMF beschlossenen Hilfsmittel für Unternehmen. Über die Einzelheiten informieren wir Sie nachfolgend in dieser Steuerinfo.

Es ist gut, dass das BMF kurzfristig mit dieser Veröffentlichung auf die sich laufend verschärfende wirtschaftliche Lage der Unternehmen reagiert, um so auch den Betrieben des Handwerks die dringend benötige Liquidität zu sichern.  Allerdings lässt das jetzt vorliegende Schreiben eine ganze Reihe von Fragen offen, die wir Ihnen in unserem Beitrag erläutern.

Aber damit nicht genug: Selbstverständlich werden wir mit der Finanzverwaltung in den Dialog treten und gezielt die offenen Fragen klären sowie weitergehende Maßnahmen einfordern. Dem Vernehmen nach ist für Anfang nächster Woche ein weiteres Schreiben geplant, in dem bereits weitere Erleichterungen auch im Bereich der Umsatzsteuer verkündet werden sollen.

Ziel aller Maßnahmen muss sein, den Unternehmen nicht durch Steuerzahlungen die Liquidität in dieser Ausnahmesituation zu entziehen. Aus unserer Sicht sollte daneben vor allem auch dem Umstand Rechnung getragen werden, dass gerade kleinen Betrieben des Handwerks die personellen und zeitlichen Ressourcen fehlen, die Steuerklärungen und Voranmeldungen fristgerecht zu erstellen. Derzeit werden alle verbliebenen Hände dazu benötigt, den „Laden am Laufen zu halten“. Daher sollte es die Möglichkeit geben, die Erklärungen später abzugeben – aber auf freiwilliger Basis, damit bei einem Erstattungsanspruch auch eine zeitnahe Überweisung möglich bleibt.

Aber eines ist klar: Allein Steuerstundungen und das Herabsetzen bzw. Aussetzen von Vorauszahlungen werden den Unternehmen nicht helfen. Es muss den Unternehmen vielmehr Liquidität zugeführt werden. Auch hierfür setzt sich der ZDH ein.

Bleiben Sie gesund!

Ihr ZDH-Steuerteam