Frauen im Handwerk

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In mehr als 130 Ausbildungsberufen bietet das Handwerk Frauen vielfältige Karrierechancen und Entwicklungsperspektiven. Ob als Unternehmerin, Meisterin, mitarbeitende Unternehmerfrau, ob als Gesellin oder Auszubildende – Frauen tragen in allen Bereichen zum Erfolg von Handwerksbetrieben bei. Und die junge Generation von gut ausgebildeten Frauen startet heute mit ganz neuen Perspektiven in die moderne, häufig digitale Handwerkswelt.

Starke Unternehmerinnen – Frauen in Führungspositionen

Frauen sind in vielfältigen Positionen Leistungsträgerinnen. Als selbstständige Unternehmerin, Meisterin, Gründerin, in der Doppelspitze mit dem Partner oder als Nachfolgerin im Familienbetrieb haben sie sich ihren Platz in Führungspositionen erobert. Fast jede vierte Gründung im Handwerk erfolgt durch eine Frau. Fast jede fünfte erfolgreiche Meisterprüfung wurde 2019 von einer Frau absolviert (17,1 Prozent). Jeder fünfte Handwerksbetrieb (20 Prozent) wird von einer Frau geführt. Darüber hinaus sind über 75 Prozent der Handwerksbetriebe Familienbetriebe, die von einem (Ehe-)Paar gemeinsam geleitet werden. Das Entwicklungspotential von Frauen ist damit aber noch lange nicht ausgeschöpft.


Top-ausgebildete Frauen finden in Zeiten des Fachkräftemangels gute Möglichkeiten zur Entwicklung der eigenen Karriere. Viele Handwerkskammern und Fachverbände bieten Handwerkerinnen spezielle Fortbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch Studienaussteigerinnen, Quereinsteigerinnen und Akademikerinnen sind willkommen. Für die Entwicklung künftiger Führungskräfte werden neben der Fortbildung zur Meisterin oder zur Betriebswirtin im Handwerk regional in vielen Berufen auch duale Studiengänge angeboten. Bundesweit können sich Frauen im Netzwerk „Unternehmerfrauen im Handwerk“ austauschen und weiterbilden.

Die nächste Generation: Junge Frauen im Handwerk

Junge Frauen setzen sich auch in ehemals als reine Männerberufe verstandenen Gewerken durch: Als Dachdeckerin, Malerin oder Mechatronikerin überzeugen sie mit Kopf und handwerklichem Geschick und Können. Im 21. Jahrhundert starten sie deutlich qualifizierter und selbstbewusster in ihre Ausbildung.  

Insgesamt liegt der Frauenanteil bei neugeschlossenen Ausbildungsverträgen im Handwerk bei fast einem Fünftel (2019: 19,7 Prozent). In den gewerblich-technischen Berufen bleiben Frauen vielfach jedoch noch unterrepräsentiert.

Frauen wählen häufig kreative Handwerksberufe. Weit oben auf der Beliebtheitsskala rangieren der Beruf Maßschneiderin (Frauenanteil 2019: 84,5 Prozent), Goldschmiedin (78,9 Prozent), Konditorin (80,5 Prozent) oder Augenoptikerin (67,2 Prozent). Aber auch einzelne technische Berufe, etwa Zahntechnikerinnen (54,5 Prozent) oder Orthopädieschuhmacherin (43,2 Prozent), sind bei Frauen durchaus beliebt. Deutlich gestiegen ist der Anteil junger Frauen, die Bäckerin, Malerin und Lackiererin oder Tischlerin werden. Auch wenn der Friseurberuf noch unangefochten auf Platz Eins der Top-Berufe für Frauen steht: In vielen Bereichen wird das Handwerk deutlich weiblicher.


Ziel ist es, noch mehr junge Frauen zu einer Ausbildung in den vielen zukunftsorientierten Berufen im Handwerk zu ermutigen. Die Berufsaussichten und Karrierechancen für Frauen im Handwerk sind exzellent.

Junge Frauen werden im Rahmen der schulischen Berufsorientierung und der Kampagne des Handwerks explizit angesprochen, die eigene Stärken und Talente jenseits von Stereotypen weiterzuentwickeln und neue Wege in der Berufswahl zu gehen. Durch die Stärkung von MINT-Fächern soll das Interesse für gewerblich-technische Berufe geweckt werden. Der ZDH beteiligt sich am Girls Day, MINT-Initiativen und setzt sich im Rahmen der Initiative Klischeefrei für die Überwindung von Geschlechterklischees in der Berufsorientierung und -beratung ein.

Umdenken ist angesagt – auch bei Eltern, Lehrern und in der Gesellschaft insgesamt. Mit dem digitalen Wandel werden die körperlichen Belastungen handwerklicher Berufe geringer, zugleich wächst der Bedarf an kreativem, kommunikativem und gestaltendem Potential. In den Führungsetagen des Handwerks von morgen rücken Themen wie z. B. Arbeitsklima, Führungskultur, Kommunikation, Gestaltung von Arbeitsorganisation und Arbeitszeit, Work-Life-Balance sowie Personalentwicklung in den Mittelpunkt. Handwerk lebt Vielfalt und es gibt spannende Herausforderungen zu entdecken.


Das Handwerk braucht noch mehr Frauen

Der ZDH setzt sich dafür ein, Frauen vielfältige Wege für individuelle Karrieren zu ebnen und ermutigt sie zur Entfaltung ihrer unternehmerischen Potenziale im Handwerk. Das Handwerk braucht noch mehr Frauen – besonders auch in Führungspositionen und als Unternehmerinnen.

Als Spitzenverband unterstützt der ZDH Initiativen zur Chancengleichheit in der Handwerksorganisation sowie regionale und bundesweite Frauen-Netzwerke in Handwerk und Wirtschaft. Auf Spitzenebene findet u.a. regelmäßig ein Austausch mit den Unternehmerfrauen im Handwerk statt.

Der ZDH fördert die „Vereinbarkeit Familie und Beruf“ für Männer und Frauen. Wir sind Partner im Netzwerk Erfolgsfaktor Familie. Und wir stehen dafür ein: Nicht nur große Unternehmen, auch kleine Unternehmen im Handwerk verfügen über viele Möglichkeiten, mit einer geschlechtergerechten Unternehmenskultur gezielt weibliche Nachwuchs- und Fachkräfte zu ermutigen und zu fördern.

Aktuelles

Innovativ, erfolgreich, zukunftsorientiert: Chefinnen im Handwerk

[19.06.2020]

Am 21. Juni 2020 setzt der Nationale Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen ein Zeichen. Die "Süddeutsche Zeitung" hat bei ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke nachgefragt, wie die Chancen für Frauen im Handwerk aussehen.  …
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Fachkräfte sichern – Rollenklischees in der Berufs- und Studienberatung vermeiden

[21.05.2019]

„Berufswahl mit Perspektive“ – unter diesem Motto fand die zweite Fachtagung der Initiative Klischeefrei am Dienstag im Haus der Deutschen Wirtschaft unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und …
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Frauen im Handwerk unverzichtbar für Zukunftsgestaltung

[15.03.2019]

(UFH/ZDH) „Frauen im Handwerk: Zukunft gestalten“ - unter diesem Motto fand am 15. März 2019 bereits zum dritten Mal die Fachtagung des Bundesverbandes der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse …
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"Wir brauchen mehr Frauen in den Gremien der Handwerksorganisation"

[05.03.2019]

Am 15. März 2019 findet die 3. Fachtagung des Bundesverbands der Unternehmer Frauen im Handwerk (UFH) am Rande der Internationalen Handwerksmesse statt. Höhepunkt ist in diesem Jahr der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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Frauen im Handwerk

Bundesverband UnternehmerFrauen im Handwerk

Die UnternehmerFrauen im Handwerk sind ein Netzwerk von Ehefrauen, Partnerinnen und Töchtern, die im Büro für den kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Teil Verantwortung übernehmen, sowie von Unternehmerinnen, die erfolgreich …
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Bedarfsorientierte Mitarbeiterführung: Köder im Friseursalon

Anett Vollborth ist schon von Weitem zu hören, bevor sie leibhaftig in ihrem Salon auftaucht. Die 54 Jahre alte Chefin des Salon Anett wirbelt von der Bahnhofstraße in ihre Ladenräume im Stadtzentrum von Nordhausen.
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Auf dem Boden der Tatsachen

Eine 16-Jährige, die in den handwerklichen Familienbetrieb einsteigen möchte – klingt nicht ungewöhnlich. Dass es sich dabei allerdings um einen typischen Männerberuf handelt, ist ungewöhnlich.
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Vom Stolz, eine Töpferin zu sein

In ihrer Keramischen Werkstatt Margaretenhöhe setzt Leiterin Young-Jae Lee auf eine Formensprache, die die Gestaltungsideen der westlichen Moderne mit denen ihrer koreanischen Wurzeln perfekt in Einklang zu bringen versteht.
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Aktionen und Initiativen

Girls'Day

Der Girls’Day ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Jedes Jahr öffnen sich am Girls'Day die Türen von Unternehmen, Handwerksbetrieben und Hochschulen in ganz Deutschland für Schülerinnen ab der 5. Klasse.  …
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Weitere Zahlen und Fakten: Unternehmerinnen im Handwerk

Hier finden Sie Informationen über die Anteile der Handwerksbetriebe mit weiblichen Inhabern, Gesellschaftern und Geschäftsführern sowie die Anteile von Frauen unter den Beschäftigten im Handwerk. Zu den Statistiken.

Broschüre "Starke Frauen für ein starkes Handwerk"

Fachfrau, Führungskraft und verantwortlich – von wegen "schwaches Geschlecht"! Die HWK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim stellt zehn starke Frauen im Handwerk vor. Zur Broschüre.

Aufstiegsbegleitung für Gesellinnen zur Meisterin

Die ESF-geförderte INa-Aufstiegsbegleitung berät Hamburger Gesellinnen über berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten, Karrierechancen und den Aufstieg zur Meisterin. In kostenfreien Workshops können sich Handwerkerinnen auf ihre Rolle als Führungskraft vorbereiten. Zum Angebot.

Broschüre: Chefinnen im Handwerk

Eine Karriere als Unternehmerin im Handwerk lohnt sich. In einer Broschüre stellt die bundesweite Gründerinnenagentur (bga) Praxisbeispiele vor. Interessierte finden zudem Checklisten für die ersten Schritte in die berufliche Selbstständigkeit sowie nützliche Links zu weiterführenden Informationen. Zur Broschüre.

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Anne Dohle
Sozialpolitik
Tel: +49 30 20619-185
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