Entwicklungszusammenarbeit in der Praxis

Das Engagement von Handwerksbetrieben und Handwerksorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit ist vielfältig. Die untenstehenden Filme zeigen ausgewählte Aktionen und geben einen Eindruck von den Chancen und Herausforderungen.

Austauschprogramm in Ruanda

Unter Studierenden ist es üblich, während der Studienzeit einen Blick ins Ausland zu werfen. Dies ist angehenden Handwerkern zumeist nicht vergönnt. Die INFORM GmbH hat zusammen mit der Handwerksinnung den Verein "Handwerk hilft" ins Leben gerufen und ein Austauschprogramm mit einer Ausbildungsschule in Kigali gestartet. Darüber werden jedes Jahr Auszubildende nach Ruanda gesendet, um in einer anderen Kultur zu lernen und zu arbeiten. Dadurch werden bei angehenden Handwerkern beider Länder interkulturelle Erfahrungen gefördert und die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.

INFORM hat beim Wettbewerb "Mein gutes Beispiel" 2019 den Preis in der Kategorie "Handwerk" gewonnen.

Solartechnik in Mosambik

Cambine ist ein kleines Dorf in Mosambik, 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Maputo. Hier leistet die Solar- und Gebäudetechnik-Firma Stemberg seit vielen Jahren über die von ihr initiierte Partnerschaft ganz praktische Hilfe. Ziel: die Wasser- und Stromversorgung aufzubauen und zu modernisieren. Der letzte Großeinsatz war im März 2017. Wirbelsturm „Dineo“ mit Windgeschwindigkeiten von 170 km/h zerstörte viele Häuser, Schulen, Kliniken und große Teile der Infrastruktur. Die Firma Stemberg stellte mit fünf ihrer Mitarbeiter die Wasserversorgung in Cambine wieder her, öffnete provisorische Brunnen. Die Handwerker nahmen mit Helfern vor Ort das Stromnetz wieder in Betrieb. Zudem installierten sie eine Solaranlage für ein Waisenhaus.

Für sein Engagment in Mosambik hat Andreas Stemberg 2017 den Goldenen Bulli erhalten, den Volkswagen Nutzfahrzeuge jährlich an Handwerksbetriebe mit herausragendem gesellschaftlichen Engagement vergibt.

Berufsbildungspartnerschaft in Südafrika

Phumlani Vernon Simamane ist einer von 90 jungen Männer und Frauen, die im Construction Centre of Excellence im Esikhawini Campus Umfolozi TVET College in Richards Bay, Südafrika, eine Ausbildung als Anlagenmechaniker, Maurer oder Zimmerer nach dem Vorbild des deutschen dualen Berufsausbildungssystems absolvieren. Es ist ein Projekt im Rahmen der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Berufsbildungspartnerschaft zwischen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und dem Umfolozi TVET College, die im Herbst 2015 begann.

Der deutsche Partner hat nicht nur für den Bau der Ausbildungshalle gesorgt, sondern schulte mit seinen Mitarbeitern die Lehrer und Ausbilder des Colleges in Werkstattorganisation, Lehrgangsplanung, Controlling und Prozessoptimierung. Ziel ist es, die Berufsausbildung durch die Einbeziehung von Elementen der deutschen dualen Ausbildung praxisorientierter durchzuführen und auch die Unternehmen in der Region in die Ausbildung mit einzubinden.