17.12.2018

Ungarn: Ausländische Unternehmen profitieren vom Bauboom

Foto:Adobe/Frank_Wagner

Seit der Krise von 2016 wächst die ungarische Bauproduktion wieder zweistellig. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie 2017 um fast 30 % – die stärkste Zunahme innerhalb der EU. Für das laufende Jahr erwartet das Wirtschafts-forschungsinstitut GKI ein reales Wachstum von 14 %.

Ausländische Unternehmen können ebenfalls vom Bauboom profitieren. Die heimischen Branchenunternehmen müssen auf die höhere Nachfrage reagieren, ihre Kapazitäten ausweiten und in ihren Maschinenpark investieren. Zudem ist wegen der starken Konjunktur die Nachfrage nach Baustoffen gestiegen und einige Hersteller haben bereits Investitionen in Ausbau und Modernisierung ihrer Kapazitäten getätigt.

Im Sektor für Geschäfts- und Wohnimmobilien wird die Nachfrage nach Wohnungen und Investitionsaktivitäten auch durch staatliche Förder-maßnahmen wie das CSOK-Programm zur Wohnungskaufförderung begünstigt. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer für neue Objekte von 27 % auf 5 % hat zusätzlich zu einem Anstieg der Wohnungsfertigstellungen und Baugenehmigungen geführt. 2017 wurden 14.400 Wohnungen gebaut und 38.000 Baugenehmigungen erteilt.

Auch bei den Bürogebäuden herrscht Optimismus. Bis 2020 sollen nach Angaben des Beratungsnetzwerkes Euroconstruct rund 700.000 qm zusätzlich auf den Markt kommen, im Handelssektor dürften es bis 2021 rund 540.000 qm sein. Im Tiefbau finden die Investitionen hauptsächlich im Transport-sektor (Straße und Schiene) statt. Für dieses und kommendes Jahr sind dafür 1,9 bzw. 2,8 Mrd. EUR vorgesehen. Im Bahnsektor sind hauptsächlich für die Modernisierung von 900 Bahnkilometern Investitionen von rund 5 Mrd. EUR eingeplant. Das Schnellstraßennetz soll in der bis Ende 2022 laufenden EU-Förderperiode fertiggestellt und 900 Schnellstraßen- und Autobahnkilometer gebaut werden.

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 41 vom 9. Oktober 2018