24.02.2020

Slowenien: Kleiner Markt, starke Wirtschaft

Slowenien profitiert von seiner zentralen Lage und gut ausgebildeten Arbeitskräften. Wegen der hohen Kaufkraft und seiner Attraktivität als Investitionsstandort ist das kleine Land mit seinen rund 2 Mio. Einwohnern ein interessanter Markt für deutsche Unternehmen. Rund 40 % des deutschen Außenhandels mit den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens entfallen auf Slowenien. Slowenien gilt auch als gute Ausgangsbasis für die Bearbeitung weiterer Märkte, etwa auf dem Westbalkan. Die Innovationskraft ist hoch, die Verkehrsinfrastruktur, bis auf den Bahnsektor, gut entwickelt.

In den vergangenen Jahren hat Slowenien erfolgreich eine Reihe ausländi-scher Investoren gewinnen können. Die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit von Unternehmen und für Geschäftsbeziehungen mit slowenischen Partnern sind besser als in anderen Ländern der Region. Im  Doing Business Report der Weltbank 2020 belegt das Land Platz 37 von 190 Ländern. Weit überdurchschnittlich werden makroökonomische Stabilität, Schul- und Ausbildungssystem sowie Technologiestand, Innovationskraft und Infrastruktur bewertet. Der Entwicklungsstand des Finanzmarktes und die Marktgröße werden hingegen schlechter beurteilt.

In der aktuellen EU-Förderperiode stehen Slowenien für Entwicklung und Modernisierung fast 3,3 Mrd. EUR aus EU-Fonds für Investitionen zur Verfügung. Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen eröffnen sich beim Ausbau und der Modernisierung der Infrastruktur, bei Projekten in den Bereichen Elektromobilität und Energieeffizienz oder bei der Digitalisierung der Wirtschaft (Industrie 4.0). Verglichen mit anderen Ländern der Region sind die Lohnkosten hingegen relativ hoch. Gemessen an den Arbeitskosten lag Slowenien 2018 mit 18,1 EUR pro Stunde etwa im Mittelfeld der EU. Auch Überregulierungen und eine wenig effiziente öffentliche Verwaltung hemmen aus- und inländische Investitionen. Vorhaben werden oft durch langwierige Genehmigungsverfahren gebremst. Beklagt wird auch das öffentliche Beschaffungswesen als zu wenig transparent und zeitraubend.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 7 vom 10. Januar 2020