14.05.2018

Slowakei: Infrastruktur bleibt interessantes Wachstumsfeld

Foto: AdobeStock_kyrien

Die Slowakei gehört zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften in Europa. Deutsche Firmen exportieren in das Land mehr Waren als nach Indien, Brasilien oder Mexiko. Grund dafür ist der hohe Industrieanteil von rund einem Viertel der slowakischen Wirtschaftsleistung. In den vergangenen zwölf Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt mehr als dreimal so stark gewachsen wie der Durchschnitt der EU-Länder.

Die wirtschaftliche Dynamik der Slowakei beruht hauptsächlich auf der starken Automobilindustrie. Autos und Kfz-Teile machen allein 30 % der Exporte aus. Zahlreiche internationale Teilehersteller sorgen für ein ständig wachsendes Netz an zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Zulieferern in der Fahrzeug-, Kunststoff- und Elektroindustrie sowie der Metallverarbeitung.

Bislang verhinderte die schlechte Verkehrsanbindung eine schnellere wirtschaftliche Erschließung der Ostslowakei. Inzwischen wurden weitere Teilabschnitte der Autobahn Bratislava-Kosice verbessert und mehr Fluggesellschaften steuern den Flughafen Kosice im Osten des Landes an.

Der Ausbau der Infrastruktur bleibt ein interessantes Wachstumsfeld. Rund um Bratislava entsteht eine Ringautobahn; mit dem chinesischen Projekt der „Neuen Seidenstraße“ will sich das Land als einer der Knotenpunkte für Ost-West-Gütertransporte profilieren.

Unter den deutschen Investoren sind viele Mittelständler, die häufig arbeitsintensive Produktionen in das Land verlegt haben. Zu ihrer Investitionsentscheidung führten das günstige Lohnniveau, niedrige Steuern und die Nähe zu den Zulieferbetrieben. Negativ werden der Strompreis, die Bürokratie und der schwierige Zugang von Nicht-EU-Bürgern zum Arbeitsmarkt gesehen. Bratislava hat mit dem Aufbau eines dualen Berufsausbildungssystems nach Vorbild der deutschsprachigen Länder begonnen, das Interesse der Schulabgänger ist bisher jedoch noch gering.

Quellen: Ostwirtschaftsreport Nr. 6 vom 6. Februar 2018
                und Nr. 8 vom 20. Februar 2018