08.05.2019

Russland: Pflicht zur digitalen Kennzeichnung aller Erzeugnisse

Bis 2024 will die russische Regierung ein einheitliches nationales System zur Kennzeichnung von Waren in allen Industriezweigen einführen. Alle Produkte sollen auf ihrem Weg von der Herstellung bis zum Endverbraucher lückenlos rückverfolgt werden können. Künftig muss jedes einzelne Erzeugnis in Russland einen nur einmal vorkommenden zweiteiligen digitalen Code (2D-Code) tragen, über den es während der gesamten Lebensdauer nachverfolgt werden kann.

Dank der Kennzeichnung können Verbraucher dann bereits im Laden feststellen, ob sie ein Plagiat in den Händen halten. Ermöglicht wird das über eine mobile Softwareanwendung (App), über die der Datencode gescannt und überprüft werden kann. Die App enthält eine Meldefunktion für verdächtige Produkte.

In der Zukunft soll das einheitliche System der Warenkennzeichnung in der gesamten Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) angewendet werden. Das haben die Regierungschefs von Russland, Belarus, Kasachstan, Armenien und Kirgisistan im Februar 2018 vereinbart. Von der Kennzeichnung der Waren verspricht sich die russische Regierung, dass der Schwarzmarkt eingedämmt wird und zusätzliche Steuereinnahmen von 14 Mrd. EUR pro Jahr erzielt werden. Erzeuger und Händler können außerdem ihre Produktions-, Lager- und Logistikprozesse optimieren und so ihre Gewinnmargen erhöhen. Warenströme, Verkaufsvolumina und saisonale Nachfrageschwankungen sind zukünftig in Echtzeit nachzuverfolgen.

Quelle: www.gtai.de, Pressemitteilung vom 29. Januar 2019